Vertrag bis 2018 beim Zweitligisten

Die A-Lösung Runjaic: "Will den Löwen meine Handschrit mitgeben"

München - Acht Trainer hat 1860 München in drei Jahren verschlissen - nun soll es Kosta Runjaic richten. Der frühere Lauterer wird als „A-Lösung“ präsentiert und hat genaue Vorstellungen von seiner Mannschaft. Im Detail verraten will er diese aber noch nicht.

Charakterlich sieht sich Kosta Runjaic schon mal gut gerüstet für den komplizierten Trainerjob beim chaotischen TSV 1860 München. „Meine Art ist, in Hektik Ruhe auszustrahlen“, meinte der 45 Jahre alte Fußballlehrer bei seiner Vorstellung beim Zweitligisten. Nach acht Trainern in drei Jahren und zuletzt zwei knapp vermiedenen Abstürzen in die Drittklassigkeit soll er die „Löwen“ wieder ins gesicherte Tabellen-Mittelfeld der 2. Bundesliga führen. „Ich will die erste Mannschaft stabilisieren und ihr eine Handschrift mitgeben“, sagte Runjaic, für den nach Tagen des Schmuddelwetters in München am Freitag an der Grünwalder Straße sogar die Sonne schien.

Die Sechziger hoffen mal wieder auf bessere Zeiten und setzen auf den Familienvater, der bis September 2015 den 1. FC Kaiserslautern trainiert hatte. „Kosta war immer unsere gemeinsame A-Lösung, die große Lösung“, betonte Präsident Peter Cassalette und versuchte damit Gerüchte zu zerstreuen, Runjaic sei nur ein Kompromisskandidat.

Der neue Coach unterschrieb beim TSV bis 2018. „Ich freue mich riesig, hier zu sein bei einem Verein mit großer Geschichte und tollem Umfeld“, sagte er bei seiner Vorstellung in München. Von einem beschränkten Zweijahresprojekt will Runjaic nichts wissen. Er denkt längerfristig: „Ich musste wie ein Löwe kämpfen, um überhaupt da hinzukommen, wo ich jetzt bin. Dementsprechend wird es nicht einfach sein, mich zu verdrängen.“

"Habe versucht, Abstand zu halten"

Von den Wirren innerhalb dieses ganz speziellen Vereins mit seinem unberechenbaren Investor Hasan Ismaik habe er wenig mitbekommen, behauptete Runjaic. Nach dem Rücktritt in Kaiserslautern - seiner vierten Profi-Station nach Aalen, Darmstadt und Duisburg - habe er sich bewusst etwas aus dem Fußball zurückgezogen und auf seine Familie konzentriert. „Ich habe versucht, Abstand zu halten.“

Inzwischen aber ist er wieder mittendrin im Geschäft und angesichts der schon verstrichenen Wochen in der Sommerpause gefordert - vor allem beim Thema Kaderzusammenstellung. „Gehen sie davon aus, dass ich eine klare Vorstellung habe“, verkündete er, ohne Details zu nennen. Auch wie sein Trainerteam aussehen wird, verriet Runjaic nicht. „Wenn ein Trainer kommt, will er mit vertrauten Leuten zusammenarbeiten. Das wird auch geschehen“, sagte er.

Immerhin konnte das Leihgeschäft von Werder Bremens Levent Aycicek um eine weitere Saison verlängert werden, wie Manager Oliver Kreuzer betätigte. Einen „Bild“-Bericht, wonach die „Löwen“ um den früheren 1860-Profi Daniel Halfar buhlen, kommentierte der Verein nicht. Runjaic hatte den Offensivspieler schon in Kaiserslautern trainiert.

Der neue Trainer gilt als Verfechter der Nachwuchsarbeit, mit den ohnehin bereits erfolgreichen Jugendteams von 1860 will er den Verein als „großes Ganzes“ weiterbringen. Die Sechziger haben 50 Jahre nach dem Meistertitel wieder ein gutes Gefühl - oder wie Präsident Cassalette lobend über Runjaic sagte: „Je mehr ich ihn kenne, desto überzeugter bin ich, die richtige Wahl getroffen zu haben.“

dpa

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