"Eklig spielen"

So will Gladbach gegen Peps Manchester City bestehen

+
Huch, die Fohlen kommen: Bisher hatte Pep Guardiola gegen Gladbach immer einen schweren Stand - zumindest mit den Bayern.

Mönchengladbach - Die Fohlen haben Pep Guardiola stets Probleme bereitet. Die Niederlage in Freiburg gibt aber vor dem Champions-League-Auftakt bei Manchester City kaum Anlass zur Hoffnung.

Der Testlauf beim kleinen SC Freiburg war furchtbar - doch deshalb wollen die Pep-Guardiola-Experten von Borussia Mönchengladbach beim Giganten Manchester City keineswegs vor Angst erstarren. "Du willst ja in der Champions League nicht gegen Molde oder Schlagmichtot antreten", sagte Weltmeister Christoph Kramer vor dem Auftakt am Dienstag: "Wir fahren nicht dahin, um die Hymne zu hören. Wir wollen uns mit denen messen! So schlecht kicken wir auch nicht."

Die Engländer treten mit dem Rückenwind des Derby-Triumphes bei Manchester United als klarer Favorit an. Allerdings hat Teammanager Pep Guardiola mit den aufmüpfigen Gladbachern stets seine Probleme gehabt: Tatsächlich hat der Spanier nur gegen den stets defensiven FC Chelsea (1,20 Punkte pro Spiel) und den russischen Klub Rubin Kasan (1,25) eine noch schwächere Bilanz als gegen den VfL (1,33). Je zwei Siege, Unentschieden und Niederlagen - das ist höchst respektabel.

"Nur Fußball spielen, das reicht nicht!"

Beim 1:3 in Freiburg war von Kramers Einschätzung, die er im Interview mit der Welt am Sonntag gegeben hatte, allerdings nichts zu sehen. Sportdirektor Max Eberl lieferte eine Analyse, die zugleich eine Ansage für das Spiel bei den Citizens war: "Man hat gesehen, dass es ohne Kratzen und Beißen nicht geht. Nur Fußball spielen, das reicht nicht! Daraus müssen wir die Lehren ziehen."

Lethargisch und mit wenig Gegenwehr hatte die Borussia die Niederlage über sich ergehen lassen. Zeigt ManCity am Dienstag mit seinen deutschen Nationalspielern Leroy Sané und Ilkay Gündogan eine ähnlich überragende Leistung wie beim Derbysieg, wird es ganz, ganz schwer.

"Eklig spielen - und hoffentlich gewinnen"

Und deshalb reden sie sich bei Borussia Mönchengladbach stark. "Mir ist nicht bange vor Manchester, das wird ein ganz anderes Spiel. Wir haben vor keiner Mannschaft Angst", sagte Stürmer Raffael. Auch André Hahn sieht dafür trotz des Ausfalls von Patrick Herrmann keinen Grund: "Ich habe keine Sorge davor, dass wir in Manchester jetzt untergehen. Das ist ein ganz anderer Platz, ein anderer Gegner." Tobias Strobl will "eklig spielen - und hoffentlich gewinnen".

Der Vorteil der Borussia: Es ist unmöglich, das Champions-League-Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen - denn das war den Spielern wohl in Freiburg passiert. Trainer André Schubert klagte entsprechend über fehlende "Basics", also grundlegende Dinge, ohne die Erfolg nicht entstehen kann: "Aggressivität, Leidenschaft, Wille."

Mammutaufgabe für Gladbach

Konzentration, Sicherheit und Körpersprache ließen sich als Schwachpunkte der vermasselten Generalprobe anfügen. Doch so oder so: Um in der härtesten Gruppe der Königsklasse ins Achtelfinale zu kommen, muss die Borussia Manchester City oder den FC Barcelona über zwei Spiele in Schach halten - eine Mammutaufgabe. Zumal es noch den Außenseiter Celtic Glasgow hinter sich zu lassen gilt. Guardiola forderte: "Wir müssen auch in der Champions League Außergewöhnliches leisten."

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare