Vorfreude auf EM und Pokalfinale

Passmaschine Weigl springt nach Löw-Anruf im Dreieck

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Julian Weigl

Dortmund - Das Pokalfinale zwischen dem BVB und dem FC Bayern wird auch ein Duell der "Passmaschinen" im Mittelfeld. Für den BVB-Strategen Julian Weigl wurde die Saison schon vor dem Endspiel mit seiner Nominierung für den vorläufigen EM-Kader gekrönt.

50 Pflichtspiele hat Julian Weigl in seiner ersten Saison schon für den BV Borussia Dortmund absolviert. Das Mittelfeldtalent, das vor der Runde für 2,5 Millionen Euro vom Zweitligisten 1860 München zu den Schwarz-Gelben wechselte, hat sich beim BVB schneller durchgesetzt als erwartet. Für den 20-Jährigen ein Traum, der jetzt durch die Nominierung von Bundestrainer Joachim Löw in den vorläufigen Kader für die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich noch verlängert wurde.

„Julian spielt im Mittelfeld eine sehr gute Rolle bei Borussia Dortmund. Er hat eine unglaubliche Übersicht, ist ball- und passsicher“, begründet Löw die Berufung, die auch Hans-Joachim Watzke gerecht findet. „Ich freue mich besonders für Weigl, der als blutjunger Kerl eine erstklassige Premierensaison in der Bundesliga gespielt hat. Seine Nominierung für die A-Nationalmannschaft ist absolut verdient“, erklärt der Vorsitzende der BVB-Geschäftsführung. „Er hat eine großartige Zukunft, wenn er am Boden bleibt und alles mitnimmt, was sich ihm bietet.“ Weigl selbst hatte die Nachricht persönlich von Löw am Telefon erfahren.

„Der Moment war unbeschreiblich. Ich habe mich sehr gefreut, bin zu Hause im Dreieck gesprungen. Für mich war es immer ein kleiner Traum, bei der Nationalelf dabei zu sein.“ Nur wenige schaffen den Sprung in diesem Tempo. Für Thomas Tuchel allerdings keine Überraschung. Der Dortmunder Fußball-Lehrer bescheinigt Weigl, „ein wahnsinnig fleißiger Lerner zu sein“ und stellt dabei besonders seine Unbekümmertheit und Frische heraus. Und die Fähigkeit, Dinge aufzusaugen und schnell zu verinnerlichen. Was sicherlich auch an seinem Auftreten liegt. „Er ist ein offener, herzlicher Junge“, schwärmt Tuchel von den positiven Eigenschaften des in Bad Aibling geborenen Bayern. Auf dem Platz demonstriert er mit seiner Körpersprache schon in jungen Jahren Führungsqualitäten.

Michael Zorc ist zudem von seinem taktischen Verständnis beeindruckt. Im letzten Bundesliga-Spiel der Saison raubte er dem Münchner Taktgeber Xabi Alonso den Rekord in Sachen Ballkontakte. Im September 2014 war der Spanier beim 2:0 der Bayern in Köln 206 Mal am Ball, Weigl zuletzt gegen den 1. FC Köln gleich 214 Mal, obwohl er nur 83 Minuten auf dem Platz stand. Als Ballmagnet oder Passmaschine wurde er deshalb bezeichnet.

Alonso und Weigl werden sich am Samstag beim Pokalfinale im Berliner Olympiastadion direkt gegenüber stehen. Ein Ereignis, in dem Weigl seine großartige erste Saison im deutschen Fußball-Oberhaus krönen will. „Die Vorfreude ist groß. Es ist noch ein besonderes Highlight“, erklärt der 20-Jährige. „Ich habe schon von den Jungs gehört, wie besonders das Finale ist und das man sowas mal mitgemacht haben muss.“ Und Weigl will nicht nur dabei sein, obwohl er weiß, wie schwer die Aufgabe gegen die Münchner wird. „Man muss ja niemandem erzählen, welch' gute Mannschaft die Bayern haben“, sagt der Dortmunder. „Wir haben eine überragende Saison gespielt und hatten in der Meisterschaft dennoch am Ende keine Chance. Es muss alles passen, wir brauchen die richtige Tagesform und auch den passenden Spielverlauf. Ich gehe einfach optimistisch in die Partie. Der Trainer wird uns einen Plan vorlegen, mit dem wir die Bayern knacken können.“

Überlegen, wo er in der kommenden Saison spielen wird, muss er nicht. Schließlich hat er bei der Borussia einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019 unterschrieben. Sein Marktwert wird inzwischen auf 12 Millionen Euro geschätzt. Angeblich soll sogar Manchester City, das ab 1. Juli von Pep Guardiola trainiert wird, bereit sein, 25 Millionen Euro für das Ausnahmetalent zu bezahlen. Doch Weigl wehrt ab: „Ich habe echt nicht vor, Borussia zu verlassen. Das ist für mich kein Thema."

Quelle: wa.de

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