"Das Gefühl hatten wir noch nicht"

Thomas Tuchel: Der perfekte Zeitpunkt

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Für BVB-Trainer Thomas Tuchel war es wichtig, "auch einmal diese Phasen zu überstehen."

Dortmund - Es war keine rauschende Ballnacht. Der 3:1 (1:0)-Erfolg von Borussia Dortmund am Freitagabend gegen den Aufsteiger SC Freiburg gehört eher zur Kategorie der Arbeitssiege. Dennoch war BVB-Trainer Thomas Tuchel vier Tage vor dem ersten Heimspiel in der Champions League am Dienstag gegen Real Madrid (20.45 Uhr) bester Laune.

Der Fußball-Lehrer sprach mit dem Blick auf den Entwicklungsprozess seiner Mannschaft von einem Spiel, das er sich nicht besser hätte wünschen können. „Nach der ganzen Euphorie der letzten Wochen war es wichtig, auch einmal diese Phasen zu erleben“, meinte der BVB-Coach. „Das Gefühl, ein enges Spiel zu überstehen, das hatten wir noch nicht. Nach den hohen und vermeintlich leichten Siegen war das ein perfekter Zeitpunkt.“ 

Nach den Treffern von Pierre-Emerick Aubameyang, der in seinem 100. Bundesligaspiel seine Trefferquote im deutschen Fußball-Oberhaus auf 59 Tore schraubte, und Lukasz Piszczek (53.) kassierten die Borussen zunächst den Freiburger Anschluss durch Maximilian Philipp (60.), was die Spannung unter den 80800 Zuschauern im Signal Iduna Park noch einmal deutlich ansteigen ließ. Erst in der Nachspielzeit erlöste der zuvor für Mario Götze eingewechselte Raphael Guerreiro nach einer Traumkombination über Aubameyang und Gonzalo Castro mit dem 3:1 den Dortmunder Anhang. 

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Es war bereits der dritte Bundesliga-Treffer des Neuzugangs.„Es ist schön, dass ich schon wieder treffen konnte. Eigentlich ist es ja gar nicht meine Aufgabe, Tore zu schießen. Aber ich nehme das an“, erklärte der Europameister aus Portugal. „Letztlich ist es nur wichtig, dass ich der Mannschaft helfe. Ich fühle mich auf der Position, auf der mich der Trainer im Moment einsetzt, sehr wohl.“ Was die Offensive angeht, scheint die Borussia für den Empfang der „Königlichen“ aus Madrid am Dienstag bestens aufgestellt zu sein, obwohl sich die Dortmunder derzeit einige Sorgen um den Gesundheitszustand von Aubameyang machen müssen, der am Ende der Partie gegen die Breisgauer nicht mehr rund lief. „Auba hat zwei Mal einen Schlag abbekommen, aber er hat ja durchgespielt. Von daher gehe ich davon aus, dass es nichts Schwerwiegendes ist“, gab Tuchel nach dem Schlusspfiff schon einmal ganz vorsichtig Entwarnung.

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Der Backup des Gabuners, Adrian Ramos, hatte sich im Abschlusstraining die Hüfte verdreht, stand deshalb am Wochenende nicht im Kader. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, wie der Trainer bestätigte. Was die Schlüsselpositionen in der Abwehr angeht, darf laut Tuchel bis Dienstag aber nichts mehr passieren. Weil Sven Bender seine Sprunggelenksverletzung immer noch nicht auskuriert hat und Neuzugang Mikel Merino nicht für die Königsklasse gemeldet wurde, setzt Tuchel vor allem auf die Rückkehr des Spaniers Marc Bartra, der zuletzt wegen der Adduktorenprobleme pausieren musste. „Wir hoffen, dass es bei Marc vielleicht bis Dienstag reicht, aber da müssen wir abwarten“, sagte der Coach.

Dortmunder Torfabrik in Kurzarbeit

Die Dortmunder werden gegen die geballte Offensivkraft der Madrilenen um Weltfußaller Cristiano Ronaldo nur bestehen können, wenn sie ihre Defizite in der Defensive abstellen. Selbst der Aufsteiger aus Freiburg zeigte am Freitag deutlich auf, dass der BVB vor allem über die Außenbahnen verwundbar ist. Doch angesichts der Resultate der vergangenen Wochen dürfte auch Real dem Bundesligisten mit dem nötigen Respekt begegnen.

Quelle: wa.de

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