Nach Treter-Debatte

Ist der BVB zu weich oder die Bundesliga zu hart?

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BVB-Trainer Thomas Tuchel (rechts) bekommt für seine Treter-Kritik Gegenwind aus der Bundesliga. Ist der BVB tatsächlich zu weich oder die Liga zu hart?

Dortmund - Dass seine Treter-Kritik so hohe Wellen schlagen würde, hatte BVB-Trainer Thomas Tuchel wohl nicht erwartet. Das Echo auf seine Äußerungen nach der 0:2-Pleite in Leverkusen ist jedoch groß.

Gegen Bayer 04 Leverkusen verlor der BVB 0:2, musste zudem in Person von Gonzalo Castro und Sebastian Rode zwei weitere Ausfälle beklagen. Hinzu kam das Abrutschen auf Rang drei der Tabelle.

Alles in allem wohl etwas zu viel für Thomas Tuchel. Der BVB-Trainer holte nach der Partie in Leverkusen aus, kritisierte die zu harte Gangart der Leverkusener und anderer Mannschaften. "Es ist das dritte Mal, dass wir über 20 Fouls einstecken müssen", schimpfte Tuchel, und zog damit nicht nur den Unmut der Bayer-Verantwortlichen auf sich. "Es könnte ja auch so sein, dass Dortmund sehr gut darin ist, Fouls zu ziehen. Das machen sie clever", hatte Bayer-Trainer Roger Schmidt sofort gekontert.

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Doch was ist dran an Tuchels Treter-Frust? Fakt ist: Kaum eine Mannschaft muss so viele Fouls einstecken wie die Tuchel-Elf. 119 Mal wurden die Profis des BVB von den Beinen geholt, das macht knapp 20 Fouls pro Spiel. Überraschenderweise sind es nicht etwa die Bayern, die noch mehr abbekommen. Nach den ersten sechs Spieltagen hat nur der FC Ingolstadt (120) mehr Fouls gegen sich zu beklagen als der BVB. 

Das Kombinationsspiel des BVB provoziert Foulspiele. Gegen Tempo-Dribbler wie Pierre-Emerick Aubameyang, Ousmane Dembélé oder auch Emre Mor wissen sich viele Abwehrreihen nicht anders zu helfen, als auch mal Foul zu spielen. Das weiß auch Thomas Tuchel, der mit seinem Vorstoß vermutlich nur im Sinn hatte, die Schiedsrichter für die Zukunft zu sensibilisieren, um seine Spieler zu schützen. Das beherrschten auch die Bayern in Person von Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß in Perfektion.

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Fakt ist auch: Der BVB führt in dieser Saison die Fairness-Tabelle an, erst fünf gelbe Karten stehen nach sechs Spieltagen zu Buche. Und auch in Sachen Fouls halten sich die Dortmunder bislang zurück. Mit 51 Foulspielen stehen die Schwarz-Gelben am Ende der Tabelle, selbst Bayern München (61) langte häufiger zu. 

Ist der BVB zu weich oder die Liga zu hart? Hans-Joachim Watzke sprang seinem Trainer zur Seite, auch der BVB-Boss erkennt eine härtere Gangart in der Liga. "Dortmund war in den letzten Jahren immer die fairste Mannschaft, wie auch in dieser Saison. Wir müssen jetzt gucken, ob aus dieser harten Gangart ein Trend wird. Vielleicht sollten wir mal ein bisschen härter einsteigen und auf den Fairness-Preis verzichten", sagte Watzke der Bild.

Ob die Dortmunder nun auch mehr austeilen werden, oder ob die Gegner in Zukunft rücksichtsvoller zu Werke gehen, wird sich nach der Länderspiel-Pause zeigen. Am 14. Oktober (20.30 Uhr) gastiert der Tabellenzweite Hertha BSC Berlin zum Spitzenspiel im Signal Iduna Park. Eine Woche später reist der BVB nach Ingolstadt. Der FCI foult im Schnitt knapp 18 Mal pro Spiel.

Quelle: wa.de

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