7. Bundesliga-Spieltag

Zwei Platzverweise beim Spitzenspiel

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Hoch her ging es beim 1:1 zwischen Borussia Dortmund (hier Julian Weigl) und Hertha BSC.

Dortmund -  Am Ende stand nach einer äußerst turbulenten Schlussphase zumindest eine neue Bestmarke. Der BV Borussia Dortmund blieb auch im 25. Heimspiel in Folge in der Fußball-Bundesliga ungeschlagen und übertraf damit den vereinseigenen Rekord aus den Jahren 2001 bis 2003.

Die stark ersatzgeschwächten Schwarz-Gelben mussten vor 80 800 Zuschauern im Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten Hertha BSC Berlin mit dem 1:1 (0:0) zufrieden sein, weil Pierre-Emerick Aubameyang kurz vor seinem Ausgleich in der 78. Minute mit einem Handelfmeter an Berlins Schlussmann Rune Jarstein gescheitert war. Zwei Rote Karten gegen Emro Mor (84.) und Berlins Torschützen Valentin Stocker (89.) sorgten zudem für reichlich Gesprächsstoff. 

Mit Blick auf das am kommenden Dienstag anstehende Auswärtsspiel in der Champions League bei Sporting Lissabon (20.45 Uhr) ging BVB-Trainer Thomas Tuchel trotz des Mangels an Innenverteidigern auf Nummer sicher und verzichtete in der Anfangsformation auf Marc Bartra, obwohl der Spanier seit vergangenen Mittwoch mit der Mannschaft trainierte. „Das Restrisiko ist nach so wenigen Einheiten zu groß“, begründete der Dortmunder Fußball-Lehrer seine Maßnahme und verhalf Bartras Landsmann Mikel Merino zu seinem Bundesliga-Debüt. Dass der 20-Jährige aus Pamplona im Abwehrzentrum spielte, war eine große Überraschung. Schließlich hatte Tuchel den zuvor lange aussortierten Neuzugang nicht einmal für die Champions League gemeldet. Wie Bartra saß beim Anpfiff auch Ousmane Dembélé auf der Bank. Rechts verteidigte Nachwuchsmann Felix Passlack, der erneut überzeugte, für den verletzten Lukasz Piszczek. Das Durchschnittsalter der BVB-Startelf: 22,5 Jahre. Mit „hohem Tempo, Hartnäckigkeit, aber auch mit Geduld“ wollte Tuchel die kompakt stehenden Berliner bearbeiten. Angesichts der langen Ausfallliste mit zehn verletzten Profis lagen die Qualitäten der Borussia ohnehin in der Offensive. Der erste schöne Angriff brachte auch gleich die erste Chance, doch Emre Mors Volleyabnahme nach der Rechtsflanke von Christian Pulisic ging hoch über das Hertha-Tor (7.). Es sollte bis zum Seitenwechsel die einzige wirkliche Dortmunder Möglichkeit bleiben. 

Die Ballbesitz-Quote der Westfalen lag zur Pause bei 73 Prozent, doch es fehlte vorn an den nötigen Ideen und an der Durchschlagskraft. Berlin versuchte ständig, feine Nadelstiche zu setzen, doch mehr als ein Distanzversuch von Alexander Esswein (17.) ging nicht Richtung Gehäuse von Roman Bürki. Mit einem Sololauf setzte Mor das erste Glanzlicht der zweiten Halbzeit, doch sein Schuss strich knapp über den Querbalken (47.). Es folgte aus Dortmunder Sicht die kalte Dusche. Nach einem Einwurf von Mitchell Weiser steckte Vedad Ibisevic den Ball per Hackentrick zu Valentin Stocker durch, der allein auf Bürki zulief und sicher zum 0:1 (51.) vollstreckte. Das Signal für Tuchel, neue Akzente zu setzen und das Angriffsspiel zu beleben. Nach einer Stunde wechselte er Dembélé für Sebastian Rode und Shinji Kagawa für Mario Götze ein. Der BVB erhöhte den Druck. Dembélé leitete mit einem Traumpass die Riesenmöglichkeit für Pierre-Emerick Aubameyang ein, doch dessen Heber lenkte Hertha-Schlussmann Rune Jarstein an den Pfosten. 

Der Berliner Schlussmann wurde zum Mann des Abends. Denn in der 76. Minute wehrte er einen Handelfmeter von Aubameyang ab. Schiedsrichter Patrick Ittrich, ein Polizeibeamter aus Hamburg, hatte zuvor nach einem Schuss von Kagawa ein Handspiel von Genki Haraguchi gesehen. Bewundernswert die Moral der Gastgeber, die trotz des Fehlschusses des Gabuners nicht aufsteckten und weiter angriffen. Verdienter Lohn war nur zwei Minuten später das 1:1. Aubameyangs Wiedergutmachung, denn er drückte den Ball nach einer Linksflanke von Dembélé diesmal sicher über die Linie. Danach wurde es hektisch. Der hitzköpfige Mor stieß den Berliner Sebastian Langkamp um undsah dafür die Rote Karte (84.) sah. Kurz vor dem Abpfiff wurde auch Stocker nach einem bösen Foul an Matthias Ginter des Feldes verwiesen.

Quelle: wa.de

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