Im Trainingslager in Bad Ragaz

BVB-Jungprofi Christian Pulisic: "Das ist mein Traum"

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Christian Pulisic (links) hat über seinen Wechsel zum BVB und seine Erfahrungen gesprochen.

Bad Ragaz - 17 Jahre ist er erst jung, doch seine Vita hat das Format eines 27-Jährigen. Borussia Dortmunds Nachwuchshoffnung Christian Pulisic hat bereits jetzt einiges aus seiner noch jungen Profi-Karriere zu erzählen.

Abgeklärt und sehr reflektiert beantwortet Pulisic die Fragen zu seiner bisherigen Karriere. Und die läuft für den US-Amerikaner bislang richtig gut an.

Vor zwei Jahren kam Pulisic aus den USA in das U17-Team des BVB. Heute ist der sehr erwachsen wirkende Nachwuchs-Fußballer Teil des Profi-Kaders und US-Nationalspieler. Zuhause habe er nur beim Training des Vereins Fußball spielen können. "Der Sport ist dort nicht so populär, meine Freunde mochten Fußball nicht", sagt Pulisic.

Tag 2 des BVB-Trainingslagers in Bad Ragaz 2016

Da der Fußball in den USA nicht so populär ist, war schnell klar, dass es für seine Entwicklung das Beste sei, nach Europa zu wechseln. Er habe sich mit vielen Leuten unterhalten, so Pulisic, "und alle stimmten zu, dass der Wechsel nach Europa wichtig ist." Mit der U17-Nationalmannschaft hatte Pulisic an Turnieren in Florida und der Türkei teilgenommen, dort wurde er vom BVB gescoutet. "Sie hatten Interesse an mir, ich war sehr aufgeregt. Ich hatte schon vieles über den Verein und die Jugendabteilung gehört."

"Das erste Team, das ich in Deutschland gut fand, war Borussia Dortmund", sagt der17-Jährige, "ich habe den deutschen Fußball schon verfolgt, als ich noch sehr jung war."

Allerdings sei es nicht so einfach gewesen, die Spiele im Fernsehen zu verfolgen. Über den deutschen Fußball und Borussia Dortmund habe er viel gelesen, "und die Champions League wurde ja auch gezeigt."

Borussia Dortmund - AFC Sunderland 1:1

Sein erstes sportliches Vorbild sei Luis Figo gewesen, sagt der Youngster, dessen ersten Lieblingsteam Real Madrid war. "Mein Spitzname war Figo, mein Vater nennt mich heute noch so."

Sein Vater spielt eine wichtige Rolle. Er ist auch mit nach Dortmund gezogen, arbeitet im Verein. "Mein Vater und meine Mutter haben mir immer viel geholfen", so Pulisic. Seine Mutter ist in den USA geblieben. Sie sieht Pulisic nach der Rückkehr aus dem Trainingslager wieder, da sie gerade in Dortmund ist.

Informationen über die Bundesliga hatte Pulisic sich von den US-Nationalspielern Fabian Johnson und Jermaine Jones geholt, "sie hatten interessante Geschichten zu erzählen."

Ticker: Der BVB im Trainingslager in Bad Ragaz

Der Schritt, mit 15 Jahren nach Deutschland zu gehen, eine andere Kultur und eine fremde Sprache kennenzulernen, "war das schwierigste, was ich im Leben getan habe. Es ist immer noch schwierig. Ich vermisse mein Zuhause jeden Tag." Mittlerweile spielt auch sein Cousin beim BVB in der U19. Beide wohnen auch zusammen.

Tipps bekam Pulisic auch von Jürgen Klinsmann, unter dem er US-Nationalspieler wurde. "Er hat mir sehr geholfen, wir haben viel miteinander gesprochen", so Pulisic, der auch bei der Copa America im Einsatz war.

Eine große Hilfe sei ihm auch Felix Passlack gewesen, mit dem er Deutscher A-Jugend-Meister wurde. "Wir sind gute Freunde geworden", sagt das BVB-Talent, das auch einen guten Kontakt zu Nuri Sahin hat. Sahin war ebenfalls sehr jung Profi geworden, kann Pulisic deshalb einige Tipps geben.

Im Sommer verpflichtete der BVB viele junge Talente. Emre Mor und Ousmane Dembélé beispielsweise können die gleiche Position spielen wie Pulisic. "Ich verstehe mich gut mit ihnen. So funktioniert der Fußball, es gibt einen Wettkampf um die Positionen."

Kader und Rückennummern des BVB in der Saison 2016/2017

Über Dortmund und Deutschland habe er vorher nicht viel gewusst, sagt Pulisic, weiß aber schon, was typisch für Deutschland ist: "Bier und Schnitzel." Sein erster Eindruck nach seinem Wechsel sei positiv gewesen, berichtet der Offensivspieler, "alle waren sehr nett zu mir. Das war sehr gut."

In einer ähnlichen Situation wie Pulisic vor zwei Jahren sind jetzt beispielsweise Mor und Dembélé. "Ich versuche ihnen zu helfen. Ich bin zwar immer noch sehr jung, aber sie sind in der gleichen Situation wie ich."

Manchmal, so Pulisic, denke er schon darüber nach, wie sein Leben ohne den Profi-Fußball wäre." Aber das ist mein Traum, ich will das so. Ich kann nicht sagen, dass ich enttäuscht bin. Aber natürlich ist es schwierig. Ich sehe Fotos von meinen Freunden, wie sie lustige Sachen machen. Ich möchte ein Teil von ihnen sein. Aber sie würden auch gerne an meiner Stelle stehen", weiß Pulisic um seine Position.

In abgelaufenen Saison hatte er schon seine ersten Bundesliga-Einsätze. In diesem Jahr wolle er weiterhin alles geben, "ich werde sehen, was der Trainer mit mir vor hat. Ich freue mich einfach auf die neue Saison."

Quelle: wa.de

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