Kriminalstatistik 2015

Zahl der Straftaten steigt auf 6,3 Millionen

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Die Polizei hat im vergangenen Jahr 6,3 Millionen Straftaten registriert.

Berlin - Die Polizei hat im vergangenen Jahr mehr Straftaten registriert als 2014. Verantwortlich dafür ist vor allem ein Anstieg von Asyl- und Aufenthaltsdelikten.

Die Zahl der Straftaten ist einem Bericht zufolge im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent auf 6,33 Millionen Fälle gestiegen. Wie der Berliner "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe) berichtete, geht der Anstieg vor allem auf die gewachsene Zahl ausländerrechtlicher Straftaten zurück - also von Asyl- und Aufenthaltsdelikten durch Flüchtlinge, die Deutschland 2015 erreichten. Dazu zählen beispielsweise Passvergehen.

Das Blatt berief sich auf die neue Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), die der Zeitung nach deren Angaben vorliegt und die am Montag von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, dem saarländischen Ressortchef Klaus Bouillon (CDU), vorgestellt wird.

Laut "Tagesspiegel" hatten die Polizeibehörden 2014 noch 157.000 Fälle sogenannter ausländerrechtlicher Taten registriert. Deren Zahl stieg demnach im vergangenen Jahr, in dem allein rund eine Million Flüchtende nach Deutschland kamen, auf 402.000 Fälle. Ohne diese ausländerrechtlichen Fälle sei die Zahl der Straftaten nahezu konstant bei 5,93 Millionen geblieben, berichtete die Zeitung.

Unklare Statistik

Der Statistik ist demnach nicht eindeutig zu entnehmen, ob die hohe Zahl an Flüchtlingen zu einer überproportionalen Zunahme der sonstigen, nicht ausländerrechtlichen Kriminalität geführt hat. Zwar sei die Zahl der Tatverdächtigen nicht deutscher Herkunft im Vergleich zum Vorjahr um 12,8 Prozent auf 555.800 gestiegen - und die Zahl der tatverdächtigen Zuwanderer sogar um 90,7 Prozent auf 114.000.

Allerdings sei nicht klar, wie viele der 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtenden sich in der Statistik verbergen und wie viele Mehrfachverdächtige eingerechnet seien. Außerdem gehörten laut dem Bericht zum Kreis der Tatverdächtigen nicht deutscher Herkunft auch Touristen, aus dem Ausland operierende Banden und mit krimineller Absicht einreisende Ausländer.

Mehr Fälle aufgeklärt

Die Zahl der deutschen Verdächtigen ging laut "Tagesspiegel" um fünf Prozent auf 1,45 Millionen zurück. Zugleich wuchs demnach die Bevölkerungszahl im Jahr 2015 um 0,86 Prozent auf 81,9 Millionen und der Anteil der ausländischen Bevölkerung laut Statistischem Bundesamt um zwölf Prozent - was dem Bericht zufolge darauf schließen lässt, dass die Kriminalität von Ausländern nicht signifikant angestiegen ist.

Die Zahl der aufgeklärten Fälle nahm laut der Zeitung im Jahresvergleich insgesamt um fast sieben Prozent auf 3,56 Millionen zu. Die Gewaltkriminalität - Mord und Raubdelikte etwa - wuchs nur unwesentlich um 0,2 Prozent auf 181.000 Fälle. Die Zahl der Einbruchsdelikte nahm allerdings 2015 signifikant um rund zehn Prozent zu.

Der CDU-Politiker Jens Spahn sagte dem "Tagesspiegel", für viele Menschen seien Arbeit und Soziales derzeit gar nicht mehr die Hauptsorge, sondern das Sicherheitsgefühl und der Schutz vor Einbruch oder Überfall. "Vielleicht sollten wir alle mal öfter in Berlin oder Köln mit der U-Bahn fahren, um zu erleben, was viele Bürger so beunruhigt - besonders übrigens die Jüngeren", sagte Spahn.

afp

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