US-Wahldebatte

Ticker: Clinton bei Duell laut Blitzumfrage deutlich besser als Trump

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Hillary Clinton und Donald Trump bei ihrer Debatte in St. Louis/Missouri.

St. Louis / München - Nach dem jüngsten Wirbel um seine sexistischen Äußerungen galt Donald Trump in Sachen Präsidentschaftskandidatur als erledigt. Doch bei der zweiten TV-Debatte schlägt er sich besser als erwartet. Clinton schnitt beim 2. Duell laut einer ersten Umfrage besser ab als Trump.

  • Anderson Cooper (CNN) und Martha Raddatz (ABC) moderierten die zweite Debatte zwischen den Präsidentschaftskandidaten.
  • Die Wahl-Debatte findet in der Washington University in St. Louis statt.
  • Trump beschwert sich während der Debatte wiederholt bei den Moderatoren, er bekomme weniger Sprechzeit als Hillary Clinton.
  • Die Themen: Trumps Video-Eskapaden, Krankenversicherung "Obamacare", Terror durch den IS, die Besetzung des Obersten Gerichtshof und die humanitäre Lage in Syrien.
  • Donald Trump attackierte Hillary Clinton oftmals lautstark mit offenem Visier, Clinton dagegen agierte ruhiger, wirkte jedoch gegen Ende der Debatte etwas geschafft.
  • Die Wahl in den USA findet am 8. November statt.

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Update vom 18. Oktober 2016: In der Nacht auf Donnerstag, 20. Oktober treffen die beiden US_Präsidentschaftskandidaten zum letzten Mal im Rededuell aufeinander. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das dritte TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump live im TV und im Live-Stream sehen können. Und: Wir bieten natürlich wieder einen eigenen Live-Ticker zum TV-Duell in den USA.

+++ 6.45 Uhr: Hillary Clinton hat einer Blitzumfrage des Senders CNN zufolge auch die zweite Fernsehdebatte gegen Donald Trump gewonnen. Sie kam auf 57 Prozent, Trump auf 34 Prozent. Die Demokratin schnitt damit fünf Prozentpunkte schlechter ab als in der ersten Debatte.

+++ 6 Uhr: Wer hat mehr Sprechzeit bekommen? Das ist interessant, denn obwohl sich Trump während der ganzen Debatte darüber echauffierte, weniger zu Wort zu kommen als Clinton, zeigen diese Zahlen das Gegenteil. Trump durfte über eine Minute länger reden. 

The #debate was nearlya draw, in termsofspeakingtimeshttps://t.co/zgLdzPBBFm pic.twitter.com/XL1iGk38m4

— CNN (@CNN) 10. Oktober 2016

+++ 5.49 Uhr: Und schon gibt es die ersten Einschätzungen der Debatte. So geht laut "CNN-Umfrage" Hillary Clinton als Siegerin aus dem TV-Duell hervor.

RetweetedKaivanShroff(@KaivanShroff):#SheWon #debate pic.twitter.com/uBgJxCxJmE https://t.co/qx2indE6tW

— Warren Young (@DJWarrenYoung) 10. Oktober 2016

+++ 5.45 Uhr: Auch Donald Trump wendet sich nach der Debatte an seine Anhänger.

ThankyouSt. Louis, Missouri!#MakeAmericaGreatAgain https://t.co/2llBltf0mE pic.twitter.com/wBmVxf1a9D

— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) 10. Oktober 2016

+++ 5.34 Uhr: Und natürlich lassen die ersten Twitter-Reaktionen nicht lange auf sich warten, so Mike Pence (republikanische Vizepräsidentschaftskandidat), der Trump über Twitter gratuliert und meint, stolz zu sein, an seiner Seite zu stehen.

+++ 5.20 Uhr: Auch wenn es im zweiten Rededuell deutlich hitziger zuging. Als die Debatte zu Ende war, gingen beide Kandidaten auseinander und schüttelten sich die Hände.

+++ Fazit: Wie bereits nach dem ersten TV-Duell sehen sich beide Parteien im Anschluss an die Debatte als Gewinner. Erst die folgenden Tage und die Einordnung der Aussagen von beiden Kandidaten wird jedoch darüber Aufschluss geben.

Dennoch lässt sich sagen, dass sich ein angriffslustiger Donald Trump in weiten Phasen des Rededuells deutlich besser angestellt hat als noch im ersten Aufeinandertreffen. Der Unternehmer nahm von der ersten Sekunde Fahrt auf und wollte seine Herausforderin mit seinem aggressiven Redestil aus dem Konzept bringen und müde reden.

Letzteres scheint ihm tatsächlich gelungen zu sein, denn Clinton wirkte zum Ende hin ein wenig platt. Ihre Argumente wirkten ein wenig uninspiriert, vieles hatte man bereits im ersten TV-Duell gesehen.
Dennoch hinterließ sie durch ihre ruhigere Art einen souveränen Eindruck. In einigen Situationen wirkten ihre Antworten jedoch zu sehr einstudiert. Trump verlor deutlich Punkte durch sein kindhaftes Klagen über die unfaire Verteilung der Sprechzeit.

+++ 4.40 Uhr: So, einmal durchatmen - das zweite TV-Duell hat ein Ende gefunden.

+++ 4.38 Uhr: Wir sind bereits deutlich über den 90 Minuten und jetzt kommt es zur letzten Frage. Die Frage: "Können Sie eine Eigenschaft nennen, die Sie an ihrem Gegner respektieren?"

Clinton will Trump zuerst sprechen lassen, doch dann beginnt sie doch. "Ich respektiere Donald für die Erziehung seiner Kinder. Sie haben viel geleistet."

Trump hat das letzte Wort und meint, er schätze an Hillary, dass sie nie aufgeben. "Sie ist eine Kämpferin. Das ist positiv."

+++ 4.35 Uhr: Hillary Clinton will nochmal verdeutliche, was sie von Donald Trump als amerikanischen Präsidenten halten würde. Auf die Frage, ob sie Trump Führungskräfte zuschreiben würde, antwortet die Ex-Außenministerin sehr knapp: "Nein."

+++ 4.33 Uhr: Es geht auf das Ende der Debatte hin und beide Kandidaten sprechen über die Wichtigkeit des Obersten Gerichtshof, da der kommende Präsident einen Richter ernennen darf. Trump verspricht, einen Richter einzusetzen, der sich für das Waffenrecht ausspricht.

Clinton dagegen will jemanden, der sich für das Recht der Abtreibung einsetzt.

Trump über Clinton: "Sie trägt ungeheuren Hass in ihrem Herzen"

+++ 4.29 Uhr: Noch eben spricht Clinton über ihre menschliche Seite und erzählt davon, wie viel Spaß sie in ihren Jahren als Anwältin hatte und mit wie viel unterschiedlichen Menschen sie dadurch in Kontakt getreten ist. Sie geht auf die Latinos ein und spricht von einer sehr wichtigen Wählergruppe.

Trump schreitet ein und keift Clinton aggressiv an: "Sie trägt ungeheuren Hass in ihrem Herzen."

+++ 4.25 Uhr: Clinton wirkt ein wenig ausgepowert, Trump hat durch seine ständigen Attacken Selbstvertrauen getankt und setzt ab und zu einen guten Treffer gegen Clinton. Trotzdem kann es nicht lassen und kritisiert das Verhalten der Moderatoren. "Sie lassen sie über eine Minute länger reden. Wenn ich nur eine Sekunde zu lange rede, unterbrechen sie mich." Und tatsächlich scheint es so, als seien die Moderatoren danach mit Hillarys Sprechzeit etwas strenger.

+++ 4.21 Uhr: Es geht um die amerikanische Außenpolitik und gleich wieder hoch her. Die Frage: Was hat man in Syrien falsch gemacht und wie kann man die humanitäre Lage dort verbessern? Laut Trump war es ein großer Fehler, Gaddafi zu stürzen. Es dürfe nur darum gehen, den IS auszulöschen.

Clinton meint, sie habe versucht, Syriens Diktator Assad zu stürzen und auch Putin zu stoppen.

Der Einsatz bewaffneter US-Bodentruppen in Syrien wäre nach Ansicht der US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton ein "schrecklicher Fehler" Es sei aber sinnvoll, Militärberater in das Bürgerkriegsland zu schicken, sagte Clinton.

Die frühere Außenministerin plädierte zudem dafür, Sicherheitskräfte im Irak mit US-Ausbildern zu unterstützen. Im Falle ihrer Wahl zur Präsidentin würde sie das Militär auf den Anführer der Terrormiliz IS Abu Bakr al-Bagdadi, ansetzen.

Clinton: "Donald kümmert sich immer um Donald" 

+++ 4.16 Uhr: Clinton nutzt die Vorlage und schießt gegen Trump: "Donald kümmert sich immer um Donald und Menschen wie er", sagte sie. Er plane, vor allem reiche Menschen und Unternehmen große Steuererleichterungen zu genehmigen.

+++ 4.11 Uhr: Nun lenkt Clinton geschickt das Thema auf die Steuergelder von Trump. Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber behauptet, er zahle "jedes Jahr Hunderte Millionen Steuern". Des weiteren meint er, sobald die routinemäßige Überprüfung seiner Steuerunterlagen abgeschlossen sei, werde er seine bislang unter Verschluss gehaltene Steuererklärung veröffentlichen. "Die Steuern in den USA sind viel zu hoch. Sie müssen gesenkt werden."

+++ 4.05 Uhr: Trump lässt nicht locker und behauptet, die Ex-Außenministerin habe Geld aus ihrer Stiftung gesammelt, um es für ihren Wahlkampf auszugeben. Hillary kontert sofort: "Donald lebt in einem Paralleluniversum. Alles was er sagt, ist nicht wahr."

+++ 4.03 Uhr: Wieder eine Frage vom Publikum. Ein Mann richtet seine Frage an Trump und fragt ihn, was er steuerpolitisch vorhat, damit auch die Reichen gerechte Abgaben zahlen.
Trump nimmt die Frage zum Anlass, um über das amerikanische Wachstum zu reden und geht nicht wirklich auf die Publikumsfrage ein und wirft Clinton vor, für alles die Steuern erhöhen zu wollen. Das kommt nicht gut an.

+++ 3.58 Uhr: Da waren die Moderatoren gefragt, haben jedoch nicht reagiert. Wie bereits bei der ersten TV-Debatte posaunt Trump, er sei gegen den Irak-Krieg gewesen und wirft Clinton zum wiederholten Male vor, für den Irak-Krieg gestimmt zu haben. Diese falsche Behauptung von Trump wurde von den Moderatoren bisher nicht korrigiert.

Trump will Muslime vor US-Einreise überprüfen lassen

+++ 3.55 Uhr: Trump bekräftigte dagegen, dass Muslime vor deren Einreise in die USA genau überprüft werden müssten. Die Anschläge von Paris, Orlando und San Bernardino zeigten, wie groß die Gefahr durch radikale islamische Terroristen sei. Und am Ende seiner zwei Minuten haut Trump noch einen raus und reagiert auf Clintons Pläne, Flüchtlinge in Amerika aufnehmen zu wollen: "Das wird das größte Trojanische Pferd aller Zeiten sein", sagt Trump.

+++ 3.53 Uhr: Die Moderatoren haben wieder ein bisschen Ruhe in die Debatte bekommen und das tut der ganzen Veranstaltung gut. Das Thema nun: Der Islam. Hillary beginnt und befindet, es gebe keinen Krieg gegen den Islam. "Es wurden viele spalterische, düstere Dinge über Muslime gesagt", verurteilt Clinton die provokanten Aussagen von Donald Trump, viele Muslime seien Verbrecher und werden unter ihm als Präsident das Land verlassen müssen. Clinton entgegnet: "Meine Vision von Amerika ist ein Amerika, in dem jeder einen Platz hat."

+++ 3.47 Uhr: Clinton dagegen gibt zu, dass das Gesetz zur Versicherung überarbeitet werden müsse, die erreichten Erfolge aber nicht verspielt werden dürften. "Viele sind immer noch nicht versichert und das muss sich ändern."

Moderator Cooper erinnert sie daran, dass selbst ihr Mann Bill Clinton das System eine "Katastrophe" nannte. Hillary wirkt ein wenig verlegen und entgegnet: "Mittlerweile sind rund 20 Millionen Amerikaner versichert. Das ist besser als zuvor."

+++ 3.44 Uhr: Nun geht es um "Obamacare". Trump zieht über die Krankenversicherung her: "Obamacare ist ein totales Desaster und muss aufgehoben und ersetzt werden. Es ist viel zu teuer."

+++ 3.39 Uhr: Hillary Clinton wiederum wirkt ruhiger und damit viel souveräner als Trump. Sie sucht den Augenkontakt mit dem Publikum und Moderatoren und reagiert auch auf die Attacken von Trump sehr gefasst.

Trump geht dagegen fast die gesamte Zeit unruhig umher und legt sich wiederholt mit den Moderatoren an. "Es ist drei gegen einen", sagte Trump, als die Moderatoren Anderson Cooper und Martha Raddatz ihn darum bitten, beim Thema zu bleiben.

Trump attackiert Clinton mit offenem Visier

+++ 3.33 Uhr: Trump agiert hier in den ersten Minuten mit offenem Visier. Auch bei der zweiten TV-Debatte der US-Präsidentschaftskandidaten zog der Republikaner Donald Trump deutlich hörbar die Luft durch die Nase. Ähnliche Geräusche waren bereits beim ersten Rededuell zu hören gewesen und Trump hatte sich deswegen anschließend über die Qualität seines Mikrofons beschwert.

+++ 3.29 Uhr: Moderatorin Raddatz hakt bei diesem Thema nochmal nach. Hillary Clinton spricht ganz ruhig und meint: "Ich habe einen Fehler gemacht. Und dafür entschuldige ich mich. Diesen Fehler werde ich niemals wieder machen." 

Trump ruft dazwischen: "Sie soll in den Knast gehen! Wenn ich gewinne, geht sie in den Knast!" 

+++ 3.26 Uhr: Trump versucht Clinton zu attackieren und konfrontiert sie mit ihrem Email-Skandal. Er verspricht: "Falls ich gewinne, werde ich einen Sonderstaatsanwalt auf Hillary ansetzen. Dann wird sie vorgeladen und muss unter Eid aussagen. Sie sollten sich schämen."

+++ 3.20 Uhr: Jetzt beginnt die Schlammschlacht. Angesprochen auf seine skandalträchtigen Videos, keift Trump: "Ich habe nur schlimme Dinge gesagt. Dagegen hat Hillarys Mann Bill noch viel schlimmere Dinge wirklich getan. Er hat Frauen sexuell missbraucht und Hillary hat die Frauen im Anschluss bedrängt und sie bedroht."

+++ 3.14 Uhr: Donald Trump leistet sich den ersten Patzer und reagiert sehr patzig auf eine Unterbrechung der Moderatorin Raddatz. "Hillary lassen Sie aussprechen und ich darf das nicht? Das ist doch unfair!"

+++ 3.12 Uhr: Clinton zielt ebenfalls auf Trumps Videoaussagen ab und sagt: "Jedem, der (das Video) gehört hat, ist klar, dass das genau ausmacht, wer er ist".

+++ 3.10 Uhr: Die erste Frage kommt aus dem Publikum und handelt von der Wichtigkeit, sich gegenseitig respektvoll zu behandeln. Hillary beginnt und erwähnt ihr Wahlkampfmotto. "Ich will, dass wir gemeinsam stark sind. Wir haben gemeinsame große Ziele, sei es das Bildungssystem oder auch die Wirtschaft."
Clinton verspricht, sich für jeden einzusetzen, egal welcher Religion oder welcher Partei man angehöre.

Trump dagegen nutzt die Möglichkeit und entschuldigt sich nochmal für seine Eskapaden, doch die Entschuldigung fällt wie erwartet sehr kurz aus. Sofort lenkt er das Thema auf die Probleme Amerikas, beispielsweise das Handelsdefizit von 800 Milliarden Dollar oder der Islamische Staat.

Moderator Cooper will sich mit der kurzen Entschuldigung von Trump  nicht zufrieden geben. Trump nennt seine skandalöse Aussagen "Kabinengeschwätz" und redet wieder über den IS.

+++ 3.05 Uhr: Die Kandidaten betreten den Raum und werden von den Moderatoren begrüßt.

+++ 3.04 Uhr: Ganze vier Minuten zu spät, aber gut. Los geht's mit dem TV-Duell!

+++ 3.00 Uhr: Der Raum ist bereits gefüllt. Die Moderatoren sind bereit. In wenigen Augenblicken geht es los.

+++ 2.57 Uhr: Jetzt geht es in die heiße Phase! Nur noch wenige Minuten und das historische TV-Duell zwischen Clinton und Trump beginnt.

+++ 2.50 Uhr: Und wie haben sich die beiden Kandidaten auf das TV-Duell vorbereitet? Laut dem demokratischen Lager ist Hillary Clinton auf alles vorbereitet. Man erwarte einen angriffslustigen Trump, der vor nichts zurückschrecken wird. Und Trump? Glaubt man dem Lager des Republikaners, hat sich dieses Mal auch Trump gut vorbereitet und will einen konzentrierten und professionellen Auftritt hinlegen.

Von Clinton erwartet man Versuche, Trump gleich zu Beginn aus der Fassung zu bringen. Trump will wohl so schnell von seinen Skandal-Aussagen ablenken und Clinton attackieren.

+++ 2.43 Uhr: Doch wie ABC berichtet, hat auch Trump noch ein paar Asse im Ärmel. So will Trump Hillary Clinton mit den Affären ihres Mannes während seiner Präsidentschaft konfrontieren und hat dafür sogar drei Frauen ins Studio eingeladen, die vom damaligen US-Präsidenten sexuell belästigt wurden. Wir werden sehen, ob da etwas dran ist.

TV-Duell: Skandalvideo von Trump soll erstes Thema werden

+++ 2.38 Uhr: Noch gut 20 Minuten bis zum Startschuss. Und bereits jetzt sickern die ersten Informationen durch. So soll das Skandalvideo um Donald Trump zur ersten Frage des TV-Duells der US-Präsidentschaftskandidaten in der Nacht zum Montag werden - und Hillary Clinton wird als erste antworten.

Die Moderatoren Anderson Cooper (CNN) und Martha Raddatz (ABC) hätten sich darauf verständigt, die Veranstaltung in St. Louis gleich mit diesem Thema zu eröffnen, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf eine ABC-Quelle. Zuvor war traditionell durch einen Münzwurf entschieden worden, wer zuerst antwortet.

Experten stritten darüber, ob dieser Auftakt Trump entgegen kommen könnte oder nicht. Topberater hatten ihm nach Medienberichten nahegelegt, sich in der Debatte möglichst rasch noch einmal für die obszönen Äußerungen über die Frauen im Video zu entschuldigen, klar zu machen, dass er sich längst geändert habe - und dann zu versuchen, den Blick schnell auf ein anderes Thema zu lenken.

Allerdings ist Trump für seine sehr begrenzte Disziplin bekannt - und könnte nach einer Entschuldigung gleich zum Angriff übergehen und die Frauenaffären von Hillarys Ehemann Bill Clinton ins Spiel bringen. Viele Experten glauben, dass dies ein schwerer Fehler wäre.

+++ 2.34 Uhr: Im ersten TV-Duell wurden die Fragen von TV-Moderator Lester Holt gestellt. Heute Nacht werden mit Martha Raddatz und Anderson Cooper zwei Journalisten durch den Abend führen. Raddatz Chef-Auslandskorrespondentin des Senders ABC und Cooper Moderator von CNN.
Übrigens: Cooper wird der erste homosexuelle Moderator sein, der bei einer US-Wahldebatte moderiert.

+++ 2.26 Uhr: Natürlich werden wir auch bei diesem TV-Duell den Wahrheitsgehalt der Aussagen von Clinton und Trump überprüfen. Wie immer bei solchen politischen Debatten macht das Portal Politifact einen Faktencheck.

+++ 2.21Uhr: In knapp einer Stunde geht es in St. Louis los. Zeit, auf den Rahmen der heutigen Debatte zu blicken. Die TV-Debatte um 21 Uhr Ortszeit hat ein sogenanntes Townhall-Format, das heißt, der Rahmen ist lockerer, und ein großer Teil der Fragen kommt aus dem Publikum. Das macht es jedoch für die beiden Kandidaten umso schwerer, da sie sich persönlich mit den Menschen aus dem Publikum beschäftigen müssen. Dabei können die Fragen aus dem Publikum auch mal persönlicher werden. Von "Wie können Sie mir einen Job besorgen?" bis "Wie ist ihr täglicher Arbeitsablauf?" waren schon einige Stolpersteine dabei. Die Kandidaten haben auch dieses Mal zwei Minuten Zeit, um auf die Frage zu antworten.  

Obama verurteilt Trump-Aussagen

+++ 2.10 Uhr: Auch der aktuelle US-Präsident Barack Obama hat die frauenverachtenden Äußerungen von Donald Trump scharf verurteilt. Dass der republikanische Präsidentschaftskandidat Frauen erniedrige, sich über Behinderte lustig mache und Veteranen beleidige, sei bezeichnend, sagte Obama am Sonntag in Chicago. "Er ist selbst so unsicher, dass er sich stark fühlt, wenn er andere Leute demütigt."

Diese Charaktereigenschaft disqualifiziere ihn für das Präsidentschaftsamt, fügte Obama hinzu. "Er schert sich nicht um grundlegende Werte, die wir unseren Kindern mit auf den Weg geben."

+++ 2.06 Uhr: Nach der Veröffentlichung der skandalösen Mitschnitte konnten selbst prominente Republikaner wie der ehemalige Präsidentschaftskandidat John McCain oder auch Arnold Schwarzenegger nicht mehr zu Trump halten und wendeten sich ab. Nicht wenige forderten die Aufgabe von Trump.

Doch der Unternehmer beteuerte in den Tagen danach, nicht eine Sekunde daran zu denken, zurückzutreten, da er seine Anhänger nicht im Stich lassen will.

+++ 1.53 Uhr: Doch nicht nur die "Washington Post" veröffentlichte pikantes Videomaterial von Trump. Auch der US-Sender CNN publizierte Aufnahmen mit frauenverachtenden Äußerungen von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump. CNN berichtete über eine Reihe von Interview-Ausschnitten aus Radiosendungen der "Howard Stern Show", in denen der Republikaner häufig zu Gast war.

In einem Ausschnitt aus dem Jahr 2006 sagt Trump, dass er kein Problem damit habe, mit einer 24-Jährigen zu schlafen. In einem anderen erzählt er, dass es ihm völlig egal sei, ob er die Frauen befriedige, mit denen er Sex habe. Und wenn eine Frau älter als 35 sei, dann sei es Zeit, sich abzumelden.

Freimütig äußert sich Trump in den veröffentlichten Mitschnitten zu seinen Sex-Gewohnheiten und dem Intimleben mit seiner dritten und jetzigen Ehefrau Melania. Mit Howard Stern sprach er über die Brüste seiner Tochter Ivanka und sagte, dass sie kurvig sei.

+++ 1.44 Uhr: Nicht wenige Experten erwarten einen historischen und aufregenden Schlagabtausch zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten. Vor allem Republikaner Donald Trump steht nach einem chaotischen Wochenende unter großem Druck.
Am Freitag veröffentlichte die "Washington Post" ein Skandal-Video von Trump, in dem er sich abfällig und auf widerlichste Weise über Frauen äußert. Seit der Veröffentlichung gibt es im US-Wahlkampf kein anderes Thema mehr. Daher wird es einer der größten Herausforderungen für Trump, während der TV-Debatte diesem Thema so gut es geht aus dem Weg zu gehen.

+++ Hallo und herzlich Willkommen zu unserem US-Wahl-Live-Ticker! Heute Nacht steht die zweite TV-Debatte zwischen Hillary Clinton und Donald Trump an. Um 3 Uhr nachts beginnt das mit Spannung erwartete TV-Duell in der Washington University in St. Louis. Bis dahin versorgen wir Sie mit allen wichtigen Informationen!

TV-Duell Clinton vs. Trump: Was Sie dazu wissen müssen

Nur noch ein knapper Monat, dann entscheiden die Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika, wen Sie nach Barack Obama im Amt des Präsidenten haben wollen. Hillary Clinton (Demokratin) und Donald Trump (Republikaner) heißen die beiden Kandidaten, die ins Oval Office im Weißen Haus einziehen wollen - und die treffen in der Nacht auf Montag im 2. von insgesamt drei TV-Debatten aufeinander.

So schätzte unser US-Korrespondent Friedemann Diederichs die erste TV-Debatte ein. In der zweiten ändern sich nun einige Dinge.

  • Town Hall: In der zweiten Debatte sind vor allem die Zuschauer wichtig - Clinton und Trump treffen im sogenannten Town-Hall-Format aufeinander. Die eine Hälfte der Fragen kommt vom Publikum: einer Gruppe unentschlossener Wähler, die das Meinungsforschungsinstitut Gallup ausgesucht hat. Die anderen Fragen stellen die beiden Moderatoren Martha Raddatz und Anderson Cooper. Die Kulisse ist intimer, das erhöht die Anforderungen an die Kandidaten. Sie müssen Augenkontakt mit den Zuschauern halten, Empathie zeigen, ohne künstlich zu wirken. Und sie können sich auf der Bühne frei bewegen.
  • Expectation Game: Wichtig ist auch diesmal nicht nur, was während der Debatte geschieht. Entscheidend ist auch, wie die Erwartungen im Vorfeld geschürt werden. Trumps Lager beherrschte dieses Spiel vor dem ersten Duell perfekt. Die Erwartungen an Trump waren dermaßen niedrig, dass es ihm schon als Erfolg ausgelegt wurde, würde er nur auf seine üblichen Ausfälle verzichten - wahrscheinlich wird es ihm diesmal schon als Erfolg ausgelegt, wenn er überhaupt erscheint. Das hatte er nämlich immer wieder in Frage gestellt. Clinton dagegen sah sich ungleich höheren Anforderungen ausgesetzt. Vor der zweiten Debatte drehte das demokratische Lager den Spieß um. Eifrig streuten Clintons Leute, dass der Unternehmer diesmal besser vorbereitet sei und gemäßigter auftreten werde.
  • Spin Room: Wenn die Debatte endet, schlägt die Stunde der so genannten Spindoktoren, also der Meinungsbeeinflusser. Dutzende Berater und Unterstützer beider Lager versammeln sich im Medienzentrum, um den Journalisten ihre Version des Geschehens in die Mikrofone zu diktieren. Die Szene gleicht einem Basar. Trumps und Clintons Mitarbeiter halten Schilder hoch, damit die Reporter sie im Gewusel leichter finden. Kritische Töne fallen nur über den Gegner. Im Spin Room ist jeder Kandidat ein Gewinner.

Alles, was Sie zum 2. TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump wissen müssen, finden Sie hier. Auch beim ersten Aufeinandertreffen waren wir live im Ticker dabei - hier können Sie nachlesen, wie sich Trump und Clinton geschlagen haben.

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