Was der Syrer angab

Akte des Ansbach-Attentäters: "Ich fürchte mich vor dem Tod"

Ansbach - Wer ist dieser 27-jährige Syrer, der mit seinem hinterhältigen Selbstmordanschlag in Ansbach 15 Menschen verletzt hat? Seine Asyl-Akte beantwortet diese Frage nun teilweise. 

"Ich will keine Waffen gegen Menschen tragen", sagte der Ansbacher-Selbstmordattentäter laut Bild-Zeitung, als ihn Beamten im Zuge seines Asylantrags vor etwa zwei Jahren befragten. Das gehe aus der Asyl-Akte des Syrers hervor, die dem Boulevardblatt offenbar vorliegt. Das Dokument gibt Auskunft über das Leben und die Flucht des 27-jährigen Attentäters.

So soll der Mann, der am Sonntagabend in Ansbach 15 Menschen mit einer Bombe schwer verletzt hat, laut Bild-Zeitung angegeben haben, dass er aus Aleppo in Syrien stammt, dort Jura studiert und nebenbei in der Seidenfabrik seines Vaters gearbeitet habe. Bis eine Rakete sein Haus zerstört habe. Seine Frau und seine Kinder seien dabei ums Leben gekommen. "Ich wurde schwer verletzt in die Türkei gebracht", soll der Syrer in der Befragung angegeben haben. Dennoch sei er nach Syrien zurückgekehrt, behauptet er. Ein erster Fluchtversuch nach Europa scheiterte offenbar.

In Syrien sei er demnach immer wieder mit dem Staat und der al-Qaida aneinander geraten und mehrmals verhaftet worden, weil er angeblich Videos von Demonstrationen veröffentlicht haben soll. Auch seine Eltern säßen derzeit im Gefängnis, weil sie gegen die Regierung demonstriert haben. Kontakt habe er zu ihnen keinen mehr, gab der Selbstmordattentäter von Ansbach laut Bild-Zeitung bei seiner Befragung vor knapp zwei Jahren an.

Im Juli 2013 sei er schließlich aus seiner Heimat geflohen, so ist es laut Bild in der Asyl-Akte vermerkt. Zuerst mit einem Sammeltaxi in die Türkei, dann weiter nach Bulgarien. Dort habe er im September 2013 auch einen Asylantrag gestellt, erzählte er den deutschen Beamten. Darauf folgten laut Angaben des Syrers zwei Monate in Gefängnissen in Sofia und Lubimedz, wo er geschlagen und misshandelt worden sein soll. Ärztlich versorgt sei er nicht worden, behauptete er offenbar in seiner Befragung.

Anschließend soll er acht Monate in einer Ruine gehaust haben, bevor er per Flugzeug weiter nach Österreich floh. Auch dort habe er Asyl beantragt, heißt es laut Bild in seiner Akte. Er nutzte jedoch am 5. Juli 2014 eine Mitfahrgelegenheit und reiste von Wien aus weiter nach München.

In Zirndorf bei Fürth wurde er im Zuge seines Asylantrags laut Bild einen Monat später dann befragt. Gegenüber den deutschen Beamten gab er laut Bild-Zeitung an: „Ich fürchte mich vor dem Tod und Demütigung. Ich will keine Waffen gegen Menschen tragen. Ich habe Angst vor einer Rückkehr nach Syrien, weil ich zu einem Mörder werden könnte.“

fp

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Rubriklistenbild: © dpa

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