Wurde der Angriff verschoben

Abgehört: Al-Kaida plante "etwas Großes"

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Das Weiße Haus in Washington

Washington - Aus einem abgehörten Telefonat haben die USA erfahren, dass Al-Kaida "etwas Großes" plant. Daraufhin wurden viele Botschaften geschlossen. Nichts passierte. Wurde der Anschlag verschoben?

Die vorübergehende Schließung der US-Botschaften in vielen Ländern der islamischen Welt und die Reisewarnung des US-Außenministeriums sind nach Medienberichten auf ein abgehörtes Telefonat zurückzuführen. Wie die „Los Angeles Times“ und der Sender CBS News am Montagabend (Ortszeit) übereinstimmend unter Berufung auf Regierungsbeamte berichteten, sei ein Telefonat zwischen Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri und seinem Regionalleiter im Jemen, Nasser al-Wahischi, abgehört worden. In diesem Gespräch habe Al-Wahischi den Befehl erhalten, vom vergangenen Sonntag an Angriffe gegen US-Einrichtungen zu führen. Es sei um „etwas Großes“ gegangen, berichtete CBS.

„Jetzt wird überlegt, ob die Al-Kaida ihren Angriff verschoben oder nur ein anderes Ziel ausgewählt hat“, wurde der US-Abgeordnete Adam B. Schiff zitiert. „Ich glaube, sie (die Geheimdienstleute) wissen nicht mit Sicherheit, wo oder wann die Angriffe erfolgen könnten.“

Jemens Regierung veröffentlicht Liste mit 25 Terrorverdächtigen

Unterdessen haben Jemens Behörden eine Liste mit 25 gesuchten Verdächtigen veröffentlicht. Es handle sich um Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Kaida, die wegen mutmaßlicher Anschlagspläne gesucht würden, teilte das Verteidigungsministerium in der Nacht zum Dienstag mit. Sie hätten "Terrorattacken während der letzten Tage des Fastenmonats Ramadan" sowie zum islamischen Fastenbrechen Eid al-Fitr Ende dieser Woche geplant. Die Regierung lobte eine Belohnung von 23.000 Dollar, umgerechnet 17.300 Euro, für Hinweise aus, die zu ihrer Ergreifung führen.

Einer der gelisteten Verdächtigen wurde am Dienstagmorgen bei einem US-Drohnenangriff im Jemen getötet. Insgesamt seien vier mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder bei dem Angriff auf ihr Fahrzeug in der östlichen Provinz Marib getötet worden, teilten ein Stammesangehöriger sowie die amtliche Nachrichtenagentur Saba mit.

Die Lage vor allem im Jemen ist derzeit höchst angespannt. 19 US-Botschaften und -Konsulate auf der ganzen Welt sollen noch die ganze Woche geschlossen bleiben. Schon am Freitag hatten die USA eine weltweite Reisewarnung für ihre Bürger herausgegeben. Das Auswärtige Amt rief die deutschen Botschaften in der arabischen Welt für die nächsten Tage zu erhöhter Wachsamkeit auf.

dpa/AFP

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