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Ökonomen: Weitere Milliarden-Hilfen für Athen sind falsch

Ökonomen: Griechen brauchen eigene Währung

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Berlin - Weitere Milliarden-Hilfen für das pleitebedrohte Griechenland sind nach Einschätzung von Ökonomen der falsche Weg. Stattdessen plädieren sie für einen Austritt aus dem Euro.

© dapd

ifo-Präsident Hans-Werner Sinn

Das wüssten auch die diejenigen, die über die Zukunft Griechenlands abstimmen, sagte der Bankenexperte Wolfgang Gerke der „Passauer Neuen Presse“ (Montag) mit Blick auf das für den Nachmittag erwartete Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Dort wollten die Kassenhüter das mindestens 130 Milliarden Euro schwere Hilfspaket freigeben, das auch strikte Sparauflagen vorsieht. „Die Griechen kommen so auf keinen grünen Zweig. Sie sparen sich tot“, sagte Gerke.

Auch ifo-Präsident Hans-Werner Sinn hält neue milliardenschwere Unterstützung für falsch: „Der Plan, Griechenland im Euro radikal zu sanieren, ist illusionär“, sagte Sinn „Spiegel Online“. Vielmehr sollten die Euro-Staaten Athen das Geld geben, um den Austritt aus der Währungsunion zu erleichtern. Das Land könnte mit dem Geld die Banken verstaatlichen und den Staat vor dem Kollaps bewahren.

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Die ganze Rettungsaktion ist nach Ansicht von Gerke mehr von der Angst vor den Finanzmärkten diktiert als auf Hilfe für Athen ausgerichtet. „Griechenland braucht einen radikalen Schnitt und eine eigene Währung.“ Die Risiken eines Staatsbankrotts und eines Euro-Austritts dürfe man zwar nicht vernachlässigen. „Die Pleite wird Auswirkungen haben, aber es wird noch viel schlimmer kommen, wenn man die Pleite verschiebt. Der Fall Griechenland wird immer teurer werden“, fügte Gerke hinzu.

Nach Ansicht von ifo-Chef Sinn kommt es darauf an, das Land wieder wettbewerbsfähig zu machen. Der Austritt aus dem Euro wäre die Bedingung dafür. „Weil griechische Produkte schlagartig billiger würden, würde die Nachfrage umgelenkt, weg vom Import und hin zu eigenen Waren. Die Griechen würden ihre Tomaten und ihr Olivenöl dann nicht mehr aus Holland und Italien, sondern von den eigenen Bauern kaufen.“ Auch durch Touristen käme wieder mehr Geld ins Land.

Als Gegenleistung für neue Milliardenkredite muss Griechenland zahlreiche Auflagen erfüllen und eisern sparen. Zudem muss sich Athen einer schärferen Kontrolle unterwerfen. Das neue Hilfspaket ist auch Voraussetzung für die Einleitung des Schuldenschnitts mit privaten Gläubigern wie Banken und Versicherungen. Damit sollen Athens Schulden um rund 100 Milliarden Euro sinken. Athen benötigt bis 20. März frisches Geld, sonst ist das Land pleite.

dpa

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