WERDOHL ▪ Begriffe wie Flashback, Chillen oder Spice fielen im Rahmen des Vortrags von Polizeihauptkommissar Uwe Kunold im Unterricht der Klasse 8.4 der Albert Einstein-Gesamtschule. Thema war Drogen- und Alkoholsucht.

© Schröder
Uwe Kunold vom Polizeikommissariat Prävention informiert diese Woche die achten Klassen an der Gesamtschule. ▪
Alle achten Klassen der Schule nehmen in dieser Woche an dieser Veranstaltung des Polizeikommissariats Prävention aus Iserlohn teil. In den zwei Stunden erläutert Kunold alle möglichen Suchtformen, wobei die Schüler auch nach ihren eigenen Erfahrungen befragt werden. „Wer hat den schonmal Alkohol getrunken?“, wollte Kunold von den 13- bis 14-Jährigen wissen. Gut die Hälfte der Schülerhände gingen in die Höhe. Danach verwies der Polizist auf den „Eierkopp“. Kunold hatte einen Querschnitt eines Kopfes auf die Tafel gemalt. Dann wischte er einige Stellen, die eigentlich die Gehirnzellen zeigen sollten, weg. „Das passiert bei Alkoholsucht“, die abgestorbenen Gehirnzellen seien unwiederbringlich verloren.
Als abschreckendes Beispiel nannte der Polizist eine persönliche Erfahrung mit einem 14-jährigen Mädchen. Aufgrund ausgedehnten Alkoholkonsums seit dem achten Lebensjahr, hat das Mädchen nur noch eine Lebenserwartung von 39 Jahren. „Es ist einfach nicht mehr abwegig, dass schon Grundschüler Alkohol trinken“, betonte Kunold und führte aus, dass sich keine Schule von einer Drogenproblematik freisprechen könne.
Gründe für Süchte konnten auch die Schüler schnell benennen. Depressionen, falsche Freunde oder Stress nannten sie und der Polizeihauptkommissar ergänzte das Beispiel von Fußballtrainer Christoph Daum, der kokainsüchtig war.
Bei allen Substanzen werde man zur „Marionette der Drogen“, und Kunold verwies abermals auf eigene Erfahrungen. „Ein jugendlicher Einbrecher freute sich sogar als ihm Handschellen angelegt wurden“, erläuterte er zum Beispiel die Wirkung von Marihuana.
Auch das gebräuchliche Jugendwort „Chillen“ hat eine besondere Herkunft: „Das kommt vom Chillum, einem Rauchgerät zum Verzehr von Haschisch.“
Auch nach dem Drogenkonsum, könne dieser noch länger Nachwirkungen haben. „Flashbacks“ entstünden, wenn der Körper nachträglich bestimmte Substanzen ausschütte und der Konsument dann wieder in seinen Rausch verfalle.
Viele Informationen prasselten auf die Schüler ein. Bleibt zu hoffen, dass sie ernst genommen werden. ▪ ds



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