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Beispiele aus Werdohl für die Berliner Arbeit

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WERDOHL ▪ „Das Werdohler Integrationsprojekt Wip el ele ist so spannend, das brauchen wir für Berlin“ – mit reichlich Lorbeer geschmückt stellte die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag heute die Stadt Werdohl ihrer Kollegin Aydan Özuguz vor.

Die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Aydan Özuguz (l.) und die Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag informierten sich gestern im Gespräch (hier mit dem Ortsvereinsvorsitzenden Andreas Späinghaus) über den Stand der Integration in Werdohl.

Die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Aydan Özuguz (l.) und die Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag informierten sich gestern im Gespräch (hier mit dem Ortsvereinsvorsitzenden Andreas Späinghaus) über den Stand der Integration in Werdohl.

Aydan Özuguz ist in Hamburg geboren, was auch gut herauszuhören war. Die SPD-Politikerin ist stellvertretende Bundesvorsitzender ihrer Partei und kam auf dem Weg zu einer Veranstaltung in Iserlohn für eineinhalb Stunden ins Haus Werdohl. Neben etwa einer guten Handvoll Parteimitgliedern und dem Landtagsabgeordneten Scheffler waren Vertreter des Integrationsprojektes Wip el ele, Stadtteilrepräsentantinnen, Migrations-Lotsen und Mitglieder des Integrationsausschusses sowie Sozialarbeiterinnen eingeladen.

Ortsvereinsvorsitzender Andreas Späinghaus sprach davon, dass die Integrationsarbeit in Werdohl viele Facetten und Aspekte habe. Seit den 90er-Jahren mache die Werdohler SPD die Kommunalpolitik transparenter und binde auch Migranten in die Arbeit ein. Ali Akdeniz arbeite im SPD-Vorstand und vertrete einen eigenen Wahlkreis. Wip el ele sei ohne den einstimmigen politischen Willen aller Parteien nicht vorstellbar, so Späinghaus.

Dagmar Freitag begrüßte Aydan Özuguz, die mit der Bundestagsfraktion ein sozialdemokratisches Integrationsprojekt entwickelt. Weil in Werdohl schon erfolgreich Integration gelebt werde, seien die beiden Bundestagsabgeordneten ins Sauerland gekommen. Hier sollen die Ideen aus Berlin auf Praxistauglichkeit geprüft werden.

Uwe Wiederspahn von der Stadtverwaltung stellte das hier hinlänglich bekannte Werdohler Integrationsprojekt Wip el ele („Hand in Hand“) vor. 2003 wurde es im Rat verabschiedet, seitdem wird in unterschiedlichen Unterprojekten daran gearbeitet, das neueste ist ein Theaterprojekt in diesem Jahr an der Realschule. Wiederspahn stellte mehrfach fest, dass die Sprachförderung aktuell „erschreckende“ Ergebnisse beim Delfin-4-Test gezeigt habe.

Spontan wurde Gülcan Kiraz aufgefordert, ihre Arbeit vorzustellen. Sie hat vor zehn Jahren mit der Integrationsarbeit im türkischen Frauenverein begonnen und arbeitet seit fünf Jahren als sozialpädagogische Integrationskraft an der Hauptschule. Quartiersmanagerin Silke Kreikebaum stellte ihre Arbeit in Ütterlingsen vor und kam dabei zu einer Erkenntnis: „Wir treffen uns als Frauen, nicht als Türkinnen und Deutsche.“ Über die Gemeinsamkeiten und über Beziehungen fände man zueinander. Ähnlich drückte sich auch VHS-Leiterin Barbara Funke aus: „Erfolgreich ist, über praktische Themen zusammen zu kommen.“

Aydan Özuguz hörte nicht nur gut zu, sondern berichtete auch von ihren Erfahrungen aus anderen Bundesländern. „In Brandenburg saßen nicht alle so an einem Tisch wie Sie hier.“ Das Land Nordrhein-Westfalen habe im Bund den Ruf, in der Integrationsarbeit weiter zu sein als andere. Sie sprach sich gegen die bislang geführte Maxime aus, allein die deutsche Sprache sei der Schlüssel zur Integration. „Wir machen etwas falsch wenn wir sagen: ‘Hauptsache, Du kannst Deutsch’“, sagte die Hamburgerin. Mehrsprachigkeit sei ein Schatz.

Die Bundespolitikerin sprach sich bei der Gelegenheit gegen das Betreuungsgeld aus: „Das ist das schlimmste, was uns passieren kann.“

Von Volker Heyn

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