SCHALKSMÜHLE ▪ Die Tiere im Wildgehege Mesekendahl leben ganzjährig draußen. Die Minusgrade sind erstmal kein Problem. Ein Ortstermin.

Wildschwein-Bache Franziska hält es mit ihren fünf Kolleginnen auch bei Minusgraden gut im Außengehege aus. ▪
Ruhig ist es im Tal. Die Sonne scheint, doch der Wind pfeift eisig zwischen den Bäumen durch. Minus neun Grad. Karl-Friedrich Trimpop steigt über den Zaun und lässt das Futter im Eimer rascheln. Langsam setzen sich die Ziegen in Bewegung – für einen gesunden Appetit ist es ihnen deutlich zu kalt. Doch auch bei Minusgraden im fast zweistelligen Bereich hat das Wildgehege Mesekendahl für Besucher geöffnet und die Vierbeiner leben weiterhin draußen.
„Die Tiere stecken die Kälte besser weg als wir Menschen“, erklärt Karl-Friedrich Trimpop, der das Wildgehege in zweiter Generation führt. „Sie bewegen sich nur so viel wie nötig und sparen dadurch ihre Energie.“ Und wenn die Sonne so wie jetzt scheint, verlässt man doch mal kurz den Stall, um sich den Rücken wärmen zu lassen.
Die Ziegen sind nun satt und es geht weiter zu den Wildschweinen. Bache Franziska trotzt mit ihren vier Kolleginnen den sibirischen Temperaturen – wenn auch im gemächlichen Tempo. Obwohl das Futter heute schon besonders schmeckt.
„Wir geben dem Futter bei diesem Wetter noch Kartoffeln, Möhren und Brötchen bei, das gibt Kraft“, erklärt Karl-Friedrich Trimpop. Und als erstes gibt es aber Wasser zum Saufen – nach dem Essen wäre es längst gefroren. Auf die Frage, wie er und seine Mitarbeiter sich denn vor der Grabeskälte schützen, kann er nur milde lächeln: „Als Naturbursche kann man das ab.“ Thermounterwäsche und Handschuhe sind natürlich Pflicht. Seine Mitarbeiter Dennis Schulz und Yvonne Schröder tragen außerdem noch Plastikhandschuhe unter den wärmenden Exemplaren. „Teilweise kann man nur mit bloßen Händen arbeiten“, erklärt Dennis, „aber wenn man vorher in den Handschuhen geschwitzt hat und fasst danach an einen Metallpfahl, kann es leicht vorkommen, dass man fest friert.“
Die Waschbären lassen sich heute nicht blicken. Nur einer schaut müde aus seinem Versteck hervor. „Die schlafen momentan zwei Tage durch und stehen nur zum Fressen auf“, so Trimpop. Schöne Vorstellung. Beim Damm- und Rotwild geht es dagegen schon lebhafter zu, als die Tiere das Futter rascheln hören. Reh Lisa ist besonders zutraulich und frisst das Brötchen sogar aus der Hand. Sie ist ja an Besucher gewöhnt.
Es scheint, als wenn man im Wildgehege keinerlei Probleme mit der Kälte habe. Über einen längeren Zeitraum hinweg bergen die Temperaturen dann aber doch Gefahren. „Wenn der Frost tiefer in den Boden eindringt, können die Wasserleitungen gefrieren“, so Trimpop, „Außerdem finden die Wildtiere draußen bei gefrorenem Boden nicht genug zu fressen und könnten unsere Tiere angreifen.“
Nachdem alle Vierbeiner versorgt sind, geht es wieder zurück. Träge schauen die Ziegen noch einmal von ihrem Berg herunter und wenden sich satt wieder der Sonne zu. So lässt es sich mit dickem Fell auch bei Minusgraden aushalten. ▪ aka
Das Wildgehege Mesekendahl hat ganzjährig geöffnet: Werktags von 13 bis 18 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 19 Uhr. Montag und Dienstag sind Ruhetage. Weitere Informationen unter http://www.wildgehege-mesekendahl.de oder unter der Telefonnummer 0 23 51/5 20 91.



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