NEUENRADE/NACHRODT ▪ „Diese Situation zu benutzen, das ist schon grenzwertig.“ Susanne Jakoby muss sich in ihrer Wortwahl zurückhalten. Die Nachrodterin ist mehr als erbost. Anlass für ihre massive Verärgerung ist ein Brief, den ein Neuenrader an ihre Mutter geschrieben hatte. Der Brief ist handgeschrieben, wirkt dadurch persönlich und hat den Tod des Ehemannes, ihres Vaters, zum Thema.

Diesen Brief samt Beilage empört Susanne Jakoby. Der Neuenrader wolle die Trauer ausnutzen. ▪
Trost spenden in schwierigen Zeiten. Das ist zumindest im Fall der Familie Jakoby misslungen. Susanne Jakoby und ihre Mutter fühlen sich belästigt. 51 Jahre sei ihre Mutter mit ihrem verstorbenen Mann verheiratet gewesen und benötige Zeit und Verständnis, um den Verlust zu überwinden. Da könne man auf diese Art des Seelenfanges verzichten, sagte Susanne Jakoby. In der Tat scheint diese Form von Beileidsbekundung mit dezentem Hinweis auf die Glaubensgemeinschaft Zeugen Jehovas durchaus Methode zu haben. Davon kann Michael Schlieck vom Bestattungsinstitut Draheim genauso berichten, wie Bestatter Helmut Kruse aus Nachrodt. Nur die Briefautoren variieren. ▪ vdB



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