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Das Kleine Studio: Ende einer Ära

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NEUENRADE ▪ Eine Ära geht zu Ende: Nach der Saison 2012 wird Das Kleine Studio nicht mehr auftreten. Die letzte Aufführung ist die 55. ihrer Art, gegeben wird ein Stück von Ludwig Thoma. Altersbedingt müssten sie aufhören, bedauerte Spielleiter Hans Dickel im Gespräch mit dem Süderländer Volksfreund die Auflösung der Laienschauspielgruppe.

Das Publikum wird die sehenswerten Auftritte vermissen. ▪

© Archiv

Das Publikum wird die sehenswerten Auftritte vermissen. ▪

„Die Lust am Theaterspielen haben wir kein bisschen verloren“, so Dickel weiter. Doch, die Anstrengungen seien zu groß und Gesundheitsgefährdungen nicht auszuschließen. Nur drei bis vier Personen seien altersmäßig noch in der Lage, in verschiedenste Rollen zu schlüpfen. Auch der Nachwuchs bleibe mehr oder weniger aus: So hätte es im letzten Stück zwar fünf neue Jungtalente gegeben; beruflich oder studienbedingt gingen die später jedoch oft andere Wege in andere Städte.

2007 feierte die Theatergruppe 50-jähriges Bühnenjubiläum: Neben einer Ausstellung im Rathaus konnten sie dann auch das 50. aufgeführte Stück feiern. Seinerzeit hatte Das Kleine Studio als VHS-Kursus in Neuenrade begonnen: „Einige sind so zu uns gekommen“, freute sich der Spielleiter über den Zuspruch. „Im Grunde sind wir bis heute ein VHS-Kurs geblieben“, erläuterte Dickel unter anderem die versicherungstechnischen Gründe. An dieser Stelle erwähnte der 77-jährige auch „Fräulein“ Elsbeth Marburger, die in den 50ern die Volkshochschule Neuenrade führte. Sie leitete den Namen des Iserlohner Schauspielstudios nach der ersten gelungenen Inszenierung des „VHS Laienspielkurs“ ab. Danach war der sperrige Name Geschichte und das Kleine Studio geboren. Elsbeth Marburger war es auch, die Hans Dickel damals aufforderte, diese Theatergruppe zu gründen. 1957 war es dann soweit; heute kann die Gruppe neben den zahlreichen Auftritten in Neuenrade auf die unterschiedlichsten Bühnen zurückblicken: In den Nachbarstädten Werdohl, Plettenberg und Balve haben sie gespielt, aber auch in Nachrodt-Wiblingwerde, Lüdenscheid und Herscheid.

Den ersten großen Auftritt am Abend gab Das Kleine Studio 1958 mit Oscar Wildes „Das Gespenst von Canterville“; ein Jahr zuvor hatten sie bereits das Märchenspiel „Der flötende Hirte“ mit Musik von Steinbach aufgeführt. Neben den großen Abendstücken stand auch eine Fülle von Einaktern, Sketchen und Spielwitzen auf dem Programm des Ensembles. Seit den 80er-Jahren war Das Kleine Studio feste Größe im Neuenrader Kulturleben.

„Altmodisches“ Theater nennt Hans Dickel das liebevoll. „Wir haben immer einen vollen Saal gehabt“, bilanziert er über fast 60 Jahre Kleines Studio, „wir hatten natürlich auch nicht so viele Aufführungen wie andere. Aber das sagt genug. Ich habe so viele wunderschöne Erfahrungen gemacht.“ ▪ Annette Kemper

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