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Zur Post steht zum Verkauf

Käufer für die Traditionsgaststätte gesucht

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NEUENRADE ▪ Eine Immobilie mit langer Geschichte wartet an der Werdohler Straße auf einen neuen Eigentümer. Im Auftrag des Eigentümers möchte die Volksbank im Märkischen Kreis die Gaststätte „Zur Post“ verkaufen.

Zur Post. ▪

© Keim

Zur Post. ▪

„Beste Lage“, so beschreibt Volksbank-Immobilienfachmann Hans Peter Höffner das Objekt. Wohl mit Recht. Aber: Investitionsbedarf besteht auch. Schankraum, Küche, kleiner Saal, großer Saal, sowie zwei Wohnungen von etwa 120 und 60 Quadratmetern sind mit drin. Und eine Kegelbahn.

Über drei Generationen stand und steht der Name Dickehage für einen sehr angesehenen Teil der Neuenrader Gastronomie; und auch die vierte Generation war schon hinter dem Tresen und beim Service im Einsatz. „Bei Willem“, das bleibt erst mal ein Markenzeichen in der Hönnestadt.

Rückblick: Der Großvater des jetzigen Besitzers, Bauer und Gastwirt Friedrich Dickehage, hatte das große Gebäude an der Ecke Werdohler Straße/Poststraße in den Jahren 1904 bis 1906 erbaut. Die Anfänge der Dickehage’schen Gastwirtschaft reichen aber wohl bis um 1870 zurück. Damals befand sich die Gaststube in einem Bauernhaus auf dem Grund und Boden des heutigen Ärztehauses, also gegenüber.

Den Namen bekam die Traditionsgaststätte in Anlehnung an das kaiserlich-preußische Postamt, das sich wiederum gegenüber dem heutigen Gebäude befand, allerdings östlich davon. Anfangs gab es am Gaststätten-Gebäude sogar noch einen Stall für die Postpferde.

Vom Gründer ging der Schankbetrieb auf „Willems“ Vater über. Er hieß ebenfalls Friedrich Wilhelm Dickehage. Nach dessen Tod im Jahr 1955 führte Wilhelm Dickehage jun. die Wirtschaft gemeinsam mit seiner Mutter weiter. Der landwirtschaftliche Bereich, der bereits um 1930 einmal verkleinert worden war, wurde mit dem zweiten Generationswechsel nach 1955 eingestellt.

Ungezählte Geburtstage, Hochzeiten, Ehejubiläen und auch Trauerfeiern hat das Haus an der Werdohler Straße gesehen. Es war Heimat von vielen Vereinen und Kegelclubs. „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ hatten sich die sympathischen Wirtsleute Dickehage im Februar 2003 in den Ruhestand verabschiedet. ▪ Thomas Keim

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