VALBERT ▪ Die Natur und die Stadt in einer neuen Bildwirklichkeit auf die Leinwand übersetzen und dabei ein so organisches System schaffen, wie es die Natur vermag, war die Intention, die den Bonner Künstler Jürgen Middelmann bei seiner in den Jahren 2007 bis 2010 entstandenen Werkreihe „Organic Systems“ antrieb.

© Müller
Bei einem Rundgang durch das Haus Nordhelle hatten Vernissagegäste Gelegenheit, den Bonner Künster Jürgen Middelmann (rechts) zu seinen Bildern und seiner Arbeitsweise zu befragen. Die Journalistin Anja Martin (2.v.r.) hatte die Werkreihe „Organic Systems“ vorgestellt. ▪
Am Mittwoch wurde eine Ausstellung mit diesen Arbeiten im Haus Nordhelle eröffnet, wo sie bis zum 2. Mai zu sehen ist. Die Journalistin Anja Martin erläuterte den Vernissagegästen Middelmanns Arbeitsweise, nachdem der KuK-Vorsitzende Fritz Schmid die Anwesenden mit einer „Doina“, einem Stück Klezmermusik, eingestimmt hatte.
Die Formen sind dabei zugunsten der Farbe reduziert, variieren zwischen Ellipsen und Rechtecken, Weichem und Sperrigem. Im einem Prozesse des Verwerfens, Übermalens, Verwandelns und Verdichtens erwächst letztlich ein innerer Zusammenhalt, etwas das standhält und sich gleichzeitig doch immer wieder verändert: Harmonie im Chaos, eine bewegte Ruhe.
Middelmann will keine „hübschen“ Bilder malen, dekorativ und wohnzimmerkompatibel. Er ist in seinem Arbeiten dem Wesen der Dinge auf der Spur, dem ewigen „Stirb und Werde“. Mit einem Wort des baskischen Bildhauers und Zeichners Eduardo Chillida, dessen Arbeiten Jürgen Middelmann sehr schätzt, könnte diese Auseinandersetzung überschrieben werden: „Ich stelle nichts dar, ich frage.“
Nach einem weiteren musikalischen Beitrag von Fritz Schmid sowie einem vietnamesischen Pianisten, der zur Zeit im Rahmen einer Tagung im Haus Nordhelle zu Gast ist, hatten die Gäste Gelegenheit, mit dem Künstler gemeinsam die im ganzen Haus verteilten Bilder anzuschauen und Fragen zu stellen. ▪ luka
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