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Islam-Ausstellung der Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat: Zum Abschluss referieren Henricke Härther und Gülay Wagishauser

„Das Paradies liegt unter den Füßen einer Mutter“

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MEINERZHAGEN ▪ „Das Paradies liegt unter den Füßen einer Mutter.“ Das sagte der Prophet und auch, dass eine Nation so lange keinen Fortschritt erlangen könne, solange sie nicht ihre Frauen bilde. Henricke Härther und Gülay Wagishauser sprachen zum Abschluss der Islam-Ausstellung der Reformgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) am Mittwochabend zum Thema „Die Stellung der Frau in der islamischen Gesellschaft“.

Henricke Härther und Gülay Wagishauser beantworteten auch die Fragen der Besucher.

Dazu begrüßte Cegiz Varli in der Stadthalle die zahlreich erschienenen Besucher. Er freute sich über die große Resonanz, die die Ausstellung in der Bevölkerung erfahren hatte und zu der auch viele Schulklassen während der drei Tage kamen. Nach dem Verlesen einiger Verse aus dem Koran von Osman Akbal führte Henricke Härther die Besucher ein in die Stellung der Frau in der islamischen Gesellschaft. Henricke Härther konvertierte vor fünf Jahren zum Islam. Sie studiert Religionswissenschaften und lebt in Frankfurt. Begleitet wurde sie von Gülay Wagishauser, die ebenfalls zum Islam konvertierte. Sie gehören der Lajna Imaillah Gemeinde an, einer Frauengemeinschaft in der Reformgemeinde AMJ.

Den Muslimen weise der Islam den Weg, der aber sehr breit sei, so die Referentin. An Beispielen aus dem Koran ging Henricke Härther auf die spirituelle Gleichheit zwischen Männern und Frauen ein. Eine Frau könne die gleichen spirituellen Ränge erreichen wie der Mann, sagte Henricke Härther und betonte, dass der Islam die Frau für alle Zeiten von der Verführung freispreche. „Im Islam wird die Frau auf die gleiche Stufe gestellt wie der Mann“. Darauf gründe sich die Stellung der Frau, die jedoch aufgrund ihrer besonderen Merkmale und Fähigkeiten in der Gesellschaft unterschiedliche Aufgaben übernehme.

Die Frau sei eher Mutter und Hausfrau, der Mann verdiene das Geld und versorge die Familie. Es werde aber der Frau nicht verwehrt, selber Geld zu verdienen. Dieses könne sie dann auch ganz nach ihrem Willen verwenden. Allah schreibt den Müttern einen hohen Stellenwert zu. „Die Ehefrau ist nicht die Dienerin, sondern die Gefährtin des Mannes“, so die Referentin weiter. Zu den Pflichten des Ehemann gehöre auch, dass er gut mit seiner Frau umgehe. Auch eine Scheidung sei im Islam erlaubt. Das Thema Kopftuch nahm dann auch in der anschließenden Diskussion breiten Raum ein. Für die Frau sei es ein Selbstbestimmungsrecht Kopftuch zu tragen. „Es gibt das Gebot, Kopftuch zu tragen, doch ob es die Frau tut, hängt ganz von ihr selber ab“. Für den Mann gelte aber ebenfalls das Gebot, sein Haupt zu bedecken, wenn er das Haus verlasse. Sie selber habe durch das Tragen des Kopftuches eine tiefere Spiritualität erfahren. Ebenso empfinde sie es als Ausdruck der Abgrenzung gegenüber zu offenherzigen Verhaltens in der Gesellschaft. „In diese Hinsicht verstehen sich die Muslime als Emanzen“, lächelte Gülay Wagishauser. Bereitwillig ging sie auch auf Fragen zu Ehrenmorden ein, die nach ihrer Ansicht aber eher ein kulturelles Problem seien und mehr mit der Bildung der Menschen zu tun habe als mit ihrer Religion. ▪ bel

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