Satirischer Wochenrückblick für Lüdenscheid von Willy Finke.

Das war’s: Mein Wochenrückblick

030.07.10|LüdenscheidFacebook
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Samstag, 24. Juli: Natürlich kann man geplante Gebäude nach ihren Architekten benennen – wie an der Bahnhofsallee 1. Das Dumme ist nur, dass Architekt Klotz seinen Familiennamen offenbar zum Programm gemacht hat. Aber eigentlich können wir ja noch froh sein, dass der Mann nicht Barack heißt.

Sonntag, 25. Juli: Woanders ist das Volk stolz auf die längste Theke der Welt, den schwersten Pfälzer Saumagen oder den höchsten Kirchturm Mittelfrankens. In Lüdenscheid freuen wir uns auch ganz doll: „Besucherrekord auf dem Recyclinghof“ heißt es in den LN. Wer kann da noch Trübsal blasen?

Montag, 26. Juli: „Vereinzelt zeigt sich die stachelige Igelsegge, und die Braunsegge erscheint sogar als Ried.“ Wow! Zu sehen ist auch der Schneckenkanker, „eine seltene Weberknecht-Art mit Scheren, die Gehäuseschnecken aufknacken“. Das alles ist in einem LN-Artikel über das Naturschutzgebiet Spielwigge nachzulesen. Man sollte Landflucht nicht von vornherein verteufeln, woll!?

Dienstag, 27. Juli: Bei der Stadtverwaltung freut man sich: „Die Bürger sind sensibler geworden, was die Innenstadt-Gestaltung angeht.“ Heißt das etwa auch, dass man auf der Wilhelmstraße demnächst weniger 180-Pfünderinnen in Leggings sieht?

Mittwoch, 28. Juli: Bald sind wieder „LichtRouten“. Und da erfreut uns schon mal die Aussicht, dass eine Künstlerin biometrische Daten unschuldiger Lüdenscheider wie die Pulsfrequenz oder den Atemrhythmus in „Botschaften“ verwandeln und an nichtsahnende Hauswände projizieren will. Jetzt ist auch klar, warum die Kuratoren „Wunderkammern des Lichts“ versprechen. Bei manchen Projekten kammer sich halt nur wundern.

Donnerstag, 29. Juli: Die Linke kritisiert also die Preiserhöhungen bei der MVG. Wahrscheinlich passt ihr ohnehin die ganze Richtung nicht. Wie wär’s mit der Abschaffung des Rechtsverkehrs?

Freitag, 30. Juli: Die Verwaltung schreitet zur nächsten Großtat. Sie will an einem Sonntag im September tagsüber das Sauerfeld sperren – für eine Werbeveranstaltung der Firma Haribo. Man könnte natürlich auch den Rathausplatz benutzen, aber vielleicht ist der ja selbst dem Glibberfutter-Produzenten zu hässlich. Immerhin hat das Ganze auch einen höchst kulturellen Anspruch. Haribo darf sich und seine Produkte nämlich wochenlang in den Museen der Stadt Lüdenscheid präsentieren – und wird deren Leiter hoffentlich mindestens zum Goldbärchen ehrenhalber ernennen.

▪ Willy Finke

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