LÜDENSCHEID ▪ Die Missbrauchsthematik in der katholischen Kirche hat nun auch Lüdenscheid erreicht: Gegen einen Priester im Ruhestand, der seit 2001 in Lüdenscheid lebt, sind entsprechende Vorwürfe erhoben worden. Beschuldigt wird er in zwei Fällen, die beide mehr als dreißig Jahre zurückliegen und nicht in Lüdenscheid passiert sind.

Der 78-Jährige wurde inzwischen beurlaubt und hat die Bergstadt verlassen. Am Sonntag hat Pfarrer Johannes Broxtermann in allen Gottesdiensten der Pfarrei St. Medardus eine Erklärung verlesen oder verlesen lassen, in der er die Gemeinden über den Sachverhalt informiert hat. Darin betonte Broxtermann, dass beide Vorfälle aus strafrechtlicher Sicht verjährt seien, aber: „Entsprechend den geltenden innerkirchlichen Regelungen hat das Bistum Essen eine Untersuchung zur Klärung eingeleitet.“
Während seiner Zeit in Lüdenscheid hätten die Gemeindemitglieder und Seelsorger den nun beschuldigten Priester „stets als integeren und hilfsbereiten Menschen und Kollegen kennengelernt“, sagte Broxtermann. Der Weggang des 78-Jährigen sei ein Verlust für die Pfarrei. Das nun eingeleitete Verfahren laufe nach strengen kirchenrechtlichen Vorgaben ab. Weitere Angaben dazu machte Broxtermann im Hinblick auf das laufende Verfahren und den Schutz der Personen nicht.



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