LÜDENSCHEID ▪ Waren Kurzzeitpflegeplätze in Altenheimen einst nur in Urlaubszeiten gefragt, wenn pflegende Angehörige einmal eine Auszeit brauchten, so sind die Plätze inzwischen ganzjährig belegt.
Carsten Brinkmann, Leiter des Hauses Elisabeth, sagt, der Bedarf sei enorm angestiegen, weil Sportklinik und Klinikum seit Einführung der Fallpauschalen Patienten immer früher entlasse, obwohl gerade ältere mitunter noch gar nicht allein klar kämen. „Sie benötigen noch intensive Pflege“, weiß Pflegedienstleiterin Christine Konrad. Caritasdirektor Hans-Werner Wolff meint: „Das geht zu wie auf einem Verschiebebahnhof. Die Patienten kommen zu einer Kurz-Reha zu uns. Manchmal müssen sie auch wieder zurück ins Krankenhaus.“ Für das Personal sei dies eine zusätzliche Belastung, denn auch Kurzzeitaufenthalte müssten dokumentiert und eine Pflegeplanung angefertigt werden.
Sigurd Lobe, Leiter des Seniorenzentrums Reseda, findet es durchaus angebracht, dass in solchen Fällen auch die Kurzzeitpflege in Anspruch genommen wird: „Das gehört doch zu unserem Auftrag.“ Auch für Ursula Günter, Leiterin des Seniorenwohnheims Weststraße, ist dies inzwischen Alltag: „Bedingung einer Aufnahme ist, dass die Versorgung mit Medikamenten gewährleistet ist.“ Martin Schedel, Sozialdienstleiter im Dietrich-Bonhoeffer-Altenzentrum, sagt, es gebe Städte, in denen Pflegeheime und Krankenhäuser für diesen Bereich Kooperationsverträge abgeschlossen hätten.



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