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„Brings“ füllt das BSV-Zelt auf der Hohen Steinert mit Musik zum Abrocken, Tanzen und Mitsingen. Gute Stimmung von Anfang an

Kölsch-Rock behauptet sich gegen Konkurrenz

003.06.10|Lüdenscheid|Lüdenscheid|
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Artikel: Kölsch-Rock behauptet sich gegen Konkurrenz

LÜDENSCHEID ▪ Origineller Kölsch-Rock, bei dem der hintere Wortbestandteil äußerst ernst zu nehmen war, behauptete sich gestern Abend ausgesprochen gut gegen das benachbarte Booster-Konzert der Düsseldorfer Cover-Rocker.

(Von vorne:) Bassist Stephan Brings, Drummer Christian Blüm und Sänger Peter Brings im Festzelt.

(Von vorne:) Bassist Stephan Brings, Drummer Christian Blüm und Sänger Peter Brings im Festzelt.

Die Kölner Gruppe Brings füllte das BSV-Zelt auf der Hohen Steinert zwar nicht ganz, aber doch sehr ansehnlich. Und das Publikum hatte offenbar auch eine klare Entscheidung für die fünf Jungs aus der Domstadt getroffen, die die Besucher mit packenden Rhythmen, vertrauten Melodien und vielen ihrer Hits von Anfang an vor die Bühne lockte. Weil der Blick auf die Bühne dadurch eingeschränkt war, schlug Peter Brings den „Hinterbänklern“ vor, doch auf die Tische zu steigen, wenn sie nichts mehr sehen sollten. Zu hören war natürlich überall mehr als genug. Auch wenn dieser Vorschlag nicht in die Tat umgesetzt wurde – gute Stimmung herrschte auch in der „zweiten Reihe“.

Da passte das brandneue „Hallelujah“, mit dem die Fünf den Abend eröffneten. Und natürlich kam eine „Superjeilezick“, die Konzertbesucherinnen auf einem käuflichen T-Shirt zur „Superjeilezicke“ umdeuten konnten.

Schwelgend in rockigen Riffs träumte Sänger Peter Brings in der Kölschen Variante von „Bis ans Meer“ von einer Reise ebendorthin, vom Trampen nach Paris und von Nächten, die so kurz sind, dass die Wahl des Bettes zur Nebensache wird.

Und so wie Brings schon immer gegen Rechts gerockt hatte, blieb die Politik auch diesmal nicht außen vor: „Wir sind sicher, dass immer noch viel Geld für Scheiße ausgegeben wird“, schimpfte Peter Brings und verwies auf die ziemlich unsinnige, furchbar teure und inzwischen von Katastrophen gesäumte neue U-Bahn-Linie in Köln. „Wem gehört die Stadt, wem gehört die Erde; dem Menschen oder dem Geld?“, fragte Brings – natürlich in authentischem Kölschen Dialekt. Dem Publikum gab er mit auf den Weg: „Lasst Euch nichts gefallen!“

Die Musik ließ sich das Publikum aber sehr wohl gefallen. Und weil viele eingängige Brings-Titel und Refrains sich inzwischen in vielen Ohren und Hirnen festgesetzt haben, sangen die Besucher immer mal wieder und immer öfter kraftvoll mit. Selbst dort, wo der Refrain nur die Eifel zuließ, obwohl der Text von jenem schwärmte, was laut Peter Brings auch das Sauerland ausmacht: Schlaue Bauern, hübsche Mädchen und viel Natur.

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