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Nachspiel zum Missbrauchsprozess um einen marokkanischen Sprachlehrer, der in Lüdenscheid und Altena tätig war

Falschaussage: Schulleiter vor Gericht

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LÜDENSCHEID ▪ Wegen uneidlicher Falschaussage muss sich ein Lüdenscheider Schulleiter ab 8. November vor dem Amtsgericht Hagen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Missbrauchsprozess gegen einen Arabisch-Lehrer an seiner Schule falsche Angaben gemacht zu haben.

So hatte der Schulleiter in seiner Aussage am 11. Dezember 2007 unter anderem versichert, dass er nach entsprechenden Hinweisen einige Kontrollmaßnahmen eingeführt habe. So hätten die Klassentüren zu dem Arabisch-Unterrichtsraum offenstehen müssen. Eine Kontrolle sei dadurch gewährleistet gewesen, dass sich die Hausmeisterloge nur etwa zehn Meter entfernt von dem Unterrichtsraum befunden habe. Diese Aussage wurde schon zwei Tage später gründlich widerlegt: „Die Tür war während des Unterrichts geschlossen“, berichtete der Schulhausmeister und bestätigte die Vermutung der Vorsitzenden Richterin, dass er vor dem Eintreten immer höflich angeklopft habe. Diese Aussage ließ vollmundige Vertrauenserklärungen des Schulleiters als zweifelhaft erscheinen. Die zuständige Staatsanwältin hatte dem Zeugen daraufhin mit einem Verfahren wegen Falschaussage gedroht. Am 8. November wird sie aber nicht als Vertreterin der Anklage, sondern in der auch für Staatsanwälte eher ungewohnten Rolle als Zeugin aussagen. Mit ihr werden voraussichtlich zwei der damaligen Richter auf der Zeugenbank Platz nehmen.

Der Arabisch-Lehrer war an mehreren Schulen in Lüdenscheid und Altena tätig gewesen. Zu den Vorwürfen hatte er stets geschwiegen. Am 5. Juni 2008 wurde er nach einem langen Indizienprozess zu einer viereinhalbjährigen Haftstrafe wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener verurteilt und wegen akuter Fluchtgefahr in Haft genommen. Im Juli 2008 erwirkten seine Anwälte vor dem Oberlandesgericht Hamm eine Freilassung des damals 66-Jährigen, weil keine akute Fluchtgefahr mehr bestehe. Das Gericht schloss sich dieser Meinung an und setzte den angeblich schwer erkrankten Mann auf freien Fuß. Offenbar nutzte er diese Gelegenheit, um sich in sein Heimatland Marokko abzusetzen. ▪ thk

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