MÄRKISCHER KREIS – Jeden Tag sterben in Deutschland drei Menschen, während sie auf eine Organspende warten. Dr. Peter Liese, heimischer CDU-Europaparlamentarier, und Dr. Rainer Pfingsten, Vertreter der Ärztekammer Westfalen-Lippe für Südwestfalen, haben am Freitag im Lüdenscheider Kreishaus zwei Eckpfeiler benannt, um dieses „dramatische Problem“ im Sinne der Patienten umkehren zu können.

Dr Peter Liese (l.) und Dr. Rainer Pfingsten werben für mehr Organspenden.
Eine gesetzliche Neuregelung der Organspende ist dringender denn je und die Organisation in den Krankenhäusern muss entschieden verbessert werden. Für beide ist aber auch klar: Organe dürfen nicht gegen Geld gehandelt werden.
Spanien ist zwar in Sachen Finanzen ein Sorgenkind, beim Thema Transplantation stehen die Südeuropäer allerdings deutlich besser da. „Das Thema genießt in unseren Krankenhäusern nicht die nötige Priorität wie in Spanien, wo es mit 34,4 Spendern pro eine Million Einwohnern mehr als doppelt so viele gibt wie in Deutschland“, so Liese. Während beim europäischen Nachbarn Transplantationskoordinatoren den gesamten Prozess einleiten und begleiten, darunter auch die sensiblen Gespräche mit den Angehörigen führen, sei das hierzulande noch völlig unterentwickelt. „Die Ärzte sind im Klinikalltag überlastet und können sich nicht mal eben nebenbei damit befassen“, kritisiert Liese, der als Kinderarzt und gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion im EU-Parlament mit medizinischen Themen bestens vertraut ist. „Dafür brauchen wir gut ausgebildete Kräfte, die auch entsprechend bezahlt werden.“ Bei Thema Geld ist der Christdemokrat mächtig sauer auf die Krankenkassen, die den Klinikaufwand auf zwei Fälle im Jahr reduzieren, der ohne zusätzlichen Aufwand leistbar sei.
Dr. Liese und Dr. Pfingsten begrüßen es daher, „dass die Bundesregierung die Einführung von Transplantationskoordinatoren in ihrem Gesetzentwurf aufgenommen hat.“
Die geplante Entscheidungslösung wird von den beiden Medizinern ebenfalls unterstützt. Danach soll künftig jeder Bürger wenigstens einmal im Leben bewusst mit der Frage konfrontiert werden, ob er oder sie zur Organspende bereit wäre. Eine solche Entscheidung über die Bereitschaft oder Ablehnung zur Organspende soll zum Beispiel beim Abholen des Führerscheins oder beim Beantragen des Personalausweises eingeholt werden. Die Antwort soll auf einem der Dokumente festgehalten werden. Liese: „Das nimmt die Menschen in die Pflicht, wenigstens einmal im Leben über die Organspende nachzudenken. Ein klares Bekenntnis nimmt auch den Angehörigen eine schwere Entscheidung ab.“
Die Demografie kann an dieser Stelle ausnahmsweise ausgeblendet werden. Auch 70-Jährige, so Liese, kommen bei guter Gesundheit als Spender in Frage.- be
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