MÄRKISCHER KREIS – Der Regionalrat im Regierungsbezirk Arnsberg treibt seine Planungen und Aktivitäten für die Energiewende in Südwestfalen voran. Die im vergangenen Jahr auf seine Initiative erarbeitete und vorgestellte Machbarkeitsstudie über die Potenziale regenerativer Energien war hier ein erster Schritt, jetzt sollen weitere folgen.

27 Prozent des Strombedarfs aus regenerativen Energien decken und den CO2-Ausstoß beim Strom um rund ein Viertel senken – laut Machbarkeitsstudie zu den „Potenzialen erneuerbarer Energien im Regierungsbezirk Arnsberg“ ist das bis 2020 möglich. Aktuell liegt der Anteil aus regenerativen Energien bei rund acht Prozent.
Der Vorsitzende des Regionalrates, Hermann-Josef Droege (CDU, Siegen-Wittgenstein) möchte die energiewirtschaftliche Initiative aus Südwestfalen jedoch auch auf Bundesebene verankern. Gemeinsam mit den Bundestagsabgeordneten Volkmar Klein (Siegen), der den Termin koordiniert hatte, Bernhard Schulte-Drüggelte (Soest) und der Behördenleitung der Bezirksregierung Arnsberg stellte er die Planungen für eine nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energien in Südwestfalen der parlamentarischen Staatssekretärin Ursula Heinen im Bundesumweltministerium vor.
Der Pfad ist für Droege klar: „Wir wollen den Regierungsbezirk Arnsberg von einer – im bundesweiten Vergleich – Aufholregion zur Modellregion für erneuerbare Energien entwickeln.“
Staatssekretärin Ursula Heinen begrüßte die vorgestellten Überlegungen ausdrücklich und sicherte eine ernsthafte Prüfung in ihrem Hause zu. Die Idee, mit bundesweiter Einmaligkeit eine Energiemodellregion für einen gesamten Regierungsbezirk herbeizuführen, erscheine ihr sinnvoll und Erfolg versprechend.
Sie stimmte der Feststellung von Droege zu, dass „die Energiewende vor allem regional stattfindet, auf konkreten Flächen, in konkreten Städten und Gemeinden“.
In einem Anschlussgespräch zeigte sich auch Minister Röttgen über den Vorstoß des Regionalrates mit Ziel einer „Energie-Modellregion“ sehr angetan und begrüßte die bisherigen konzeptionellen Ansätze. Vor allem die integrative Betrachtung aller regenerativen Energieträger vom Windrad über Wasserkraft bis zum Grubengas und deren effektive Vernetzung empfand er als „bisher einmalig, beispielhaft und deshalb auch aus Sicht des Bundesumweltministers hochinteressant“.
Inzwischen ist der Regionalrat gemeinsam mit der Bezirksregierung mit zahlreichen Vorhaben aktiv geworden. Neben der Erstellung der Machbarkeitsstudie befasst sich inzwischen eine eigene Kommission mit den Möglichkeiten des Ausbaus regenerativer Energien. Auf Seiten der Bezirksregierung unterstützt eine Projektgruppe die Arbeit der Energiekommission.
Daneben werde gegenwärtig ein spezieller Teilabschnitt „Energie“ für den Regionalplan erarbeitet, so dass dieser Aspekt in allen zukünftigen Planänderungen einfließen wird. Die Bezirksregierung ihrerseits führt gegenwärtig eine Reihe von Dialogveranstaltungen mit Kommunen, Wissenschaftlern und Unternehmen durch, um die Energiewende in der Region als Strategieziel zu etablieren. Für den Regionalrat geht es im Zusammenhang mit dem Ausbau erneuerbarer Energien auch darum, die Wertschöpfung nicht Großkonzernen zu überlassen, sondern sie in der Region zu halten.
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