PLETTENBERG ▪ Was hat den 34-jährigen Familienvater aus dem Kosovo dazu gebracht, vermutlich in der Nacht zu Sonntag erst seine gleichaltrige Ehefrau und dann sich selber mit jeweils einem Kopfschuss aus nächster Nähe zu töten? Diese Frage beschäftigt derzeit die Staatsanwaltschaft Hagen.

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Was hat den 34-jährigen Familienvater aus dem Kosovo dazu gebracht, vermutlich in der Nacht zu Sonntag erst seine gleichaltrige Ehefrau und dann sich selber mit jeweils einem Kopfschuss aus nächster Nähe zu töten? Diese Frage beschäftigt derzeit die Staatsanwaltschaft Hagen.
Gefunden wurden die beiden Leichen am Sonntag kurz nach Mittag nebeneinander auf der Couch sitzend. Jeweils ein Kopfschuss, beide abgegeben aus nächster Nähe, seien eindeutig die Todesursache, stellte Rahmer fest. Von der gestern Mittag in Dortmund durchgeführten Obduktion der beiden Leichen sowie den umfassenden Untersuchungen am Tatort erwartete der Oberstaatsanwalt auch kein anderes Ergebnis: "Die Auffinde-Situation war eindeutig."
Die verwendete Waffe wurde sichergestellt. Es handelt sich um eine tschechische Kleinkaliber-Pistole des Kalibers ".22 lang", laut Rahmer vergleichbar mit dem Kaliber "4 Millimeter". Woher der dreifache Vater die Waffe hatte, sei unklar _ möglicherweise habe er sie im Kosovo gekauft. Einen entsprechenden Waffenschein besaß der 34-Jährige nicht. In der Grundschule Oestertal sprachen gestern Morgen die Klassenlehrerinnen mit den Schülern über die Tragödie, die sich am Wochenende ereignet hatte. "In fast allen Klassen ist ein Kind aus der Großfamilie", weiß Schulleiterin Regine Kneist: "Wir haben den Kindern erklärt, was passiert ist." Freunde und Klassenkameraden seien sehr betroffen und empfänden Mitleid. Derzeit überlegt die Schulleitung, für die weitere Aufarbeitung des Geschehenen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Die drei Kinder, die ihre Eltern verloren haben, sollen zunächst einmal unter dem Schutz der Großfamilie im Haus der Großeltern bleiben. Dort wohnen auch Geschwister der getöteten Mutter. "Vermutlich werden die Kinder weiter im Oestertal leben und dort zur Schule gehen", vermutet Michael Schröder vom Allgemeinen Sozialen Dienst der Stadt Plettenberg. Denn unabhängig von der gerichtlichen Klärung des Sorgerechtes sei es für die Entwicklung der drei Kinder wohl am Besten, wenn sie bei den Verwandten bleiben: "Sie haben beide Eltern verloren _ die sind einfach weg. Wenn man die Kinder nun auch noch fremd unterbringen würde, würde ihnen die Familie ganz genommen." - gt
Rubriklistenbild: © Foto: A. GoniwiechaBestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.
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