HALVER ▪ Eine echte Alternative oder brandgefährlich? Die E-Zigarette wird zurzeit heiß diskutiert – jetzt hat das Gesundheitsministerium des Landes NRW den Vertrieb von nikotinhaltigen Substanzen per Erlass verboten. Wer die Liquide trotzdem verkauft, verstößt gegen das Arzneimittelgesetz und macht sich strafbar. Halvers Kioskbetreiber haben geteilte Meinungen zum elektronischen Glimm- stängel.

© Weber
Noel Clever sitzt die Diskussion um die E-Zigarette aus. Er selbst raucht sie weiterhin. ▪
„Die Dinger sind absolut schädlich“, sagt René Henkel, Betreiber des Kiosks an der Frankfurter Straße. Seit dem Verbot verkauft er nur noch Zusätze ohne Nikotin. Er habe selbst gesehen, welche Nebenwirkungen die E-Zigarette mit sich bringen kann: Manche Kunden hätten unmittelbar nach dem Rauchen Hautrötungen, Schwindelanfälle und Ausschlag bekommen. Zudem sei seit des Erlasses das Interesse drastisch zurückgegangen.
Henkel erzählt, dass er die Zigaretten erst „wie geschnitten Brot“ verkauft hat. Und jetzt seien es nur noch vereinzelte Käufer. Für den Inhaber ist das ein Problem: „Die Hersteller nehmen die Waren nicht von uns zurück, solange die Schädlichkeit nicht nachgewiesen ist.“
Auch bei Noel Clever von „Clever Tippen“ ist das Geschäft ins Stocken geraten. Erst im September habe es den großen Boom gegeben – und die Großhändler kamen nicht mit den Lieferungen hinterher. Er sagt: „Die Leute sind total verunsichert. Sie wissen nicht, ob’s gesund ist oder nicht.“ Clever selbst benutzt sie – und das auch weiterhin. Rauchen sei doch so oder so schädlich.
Und wie sieht’s in den Apotheken aus? „Wir hatten auch einige Nachfragen von Kunden. Der Verkauf durch uns ist aber nicht möglich“, sagt Bianka Schomann von der Atlantis-Apotheke. Sie findet klare Worte für die E-Zigaretten: „Bis die Liquide von der Arzneimittelkammer zugelassen werden, können noch einige Jahre vergehen.“ Zum Beispiel müssten erst einige Studien in Auftrag gegegeben werden, die die möglichen Risiken und Nebenwirkungen offenlegen. Sobald die E-Zigarette eine arzneimittelrechtliche Zulassung erhalten würde, könne sie sich schon vorstellen, das Produkt ins Sortiment aufzunehmen. So lange will auch Lottogeschäft-Besitzerin Angelika Noelle-Niklas warten: „Die Nachfrage ist eh gering und das Risiko zu hoch.“
Von Lisa Weber



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