HALVER ▪ „Sie müssen Ihren Kindern im richtigen Gebrauch mit Medien ein Vorbild sein“, schwor Kriminaloberkommissar Uwe Kunold die Eltern in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) ein.

© Domke
Holten sich Tipps vom Experten: Einige Eltern waren am Montagabend in die AFG-Aula gekommen, um sich über „Gefahren im Netz“ zu informieren. ▪
Die Schule hatte ihn am Montagabend zu einem Vortrag über das Thema „Gefahren im Internet“ eingeladen. Kunold, der dem Kommissariat der Kriminalprävention angehört, beschäftigt sich seit einigen Jahren mit den Gefahren für Jugendliche und Kinder, die in Chaträumen wie ICQ und sozialen Netzwerken (Facebook, knuddels, etc.) lauern. Um Inhalte zu verstehen und potenziellen Tätern auf die Spur zu kommen, versteckt er sich hinter dem Profil eines erdachten jugendlichen Mädchens und nimmt so am täglichen Geschehen in Chaträumen teil. Die dadurch entstandenen Chatverläufe verdeutlichten den Eltern, wie schnell gerade Mädchen in verfängliche Gespräche verwickelt werden können.
„Anonymität spielt im Internet eine große Rolle“, sagte der Kriminaloberkommissar. In der Vergangenheit sei es immer wieder zu sexuellen Übergriffen gekommen, weil sich junge Mädchen mit ihren angeblich gleichaltrigen Chatpartnern getroffen haben. „Neugierde, Stress in der Familie oder auch Trauer sind die Gründe, warum sich Jugendliche auf Treffen mit den Internetbekannschaften einlassen.“ Naives und unüberlegtes Verhalten vieler junger Leute erhöhe zudem die Risiken eines Datenmissbrauchs: Oftmals veröffentlichten gerade Jugendliche vorschnell Fotos, Namen und Handynummern im Internet.
Ein weiteres Problem sieht der Polizist zudem in den mittlerweile allseits beliebten Webcams. Die kleinen Kameras seien mit einer Software leicht zu knacken, ein Vorgehen, was vor allem in der Pädosexualität auf dem Vormarsch ist. „Eine Webcam hat bei Kindern und Jugendlichen nichts zu suchen . Wenn man sich sehen will, kann man sich verabreden. Das haben wir früher auch gemacht.“
Bereits am Vormittag referierte er vor einigen Schülern des AFG – das rundete das Konzept ab. ▪ Friederike Domke
Lesen Sie in der Printausgabe des AA ein Interview zum Thema mit dem stellvertretenden AFG-Schulleiter Franz Zibirre.



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