ALTENA - „Ein Bundespräsident steht doch nicht über dem Gesetz. Da gilt für mich doch ganz klar: Gleiches Recht für alle“. Für Friedhelm Wegmann war der Rücktritt von Christian Wulff „überfällig und okay“. Gegen den ersten Mann im Staate dürfe kein Staatsanwalt ermitteln und er selbst dann so tun, als sei dieser Vorgang nur eine Bagatelle. Jedem kleinen Beamten sei es verboten, noch so kleine Geschenke anzunehmen.

Christian Wulff strauchelte über seine Affären.
Die Frage: War es richtig, dass der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident wegen Vorgängen in dieser Amtszeit sein heutiges Spitzenamt zur Verfügung stellte oder nicht, beantworteten die Altenaer differenziert.
Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier: „Herr Wulff konnte das Amt als Person nicht mehr füllen.“ Zudem habe ihn das Fernsehinterview von ZDF und ARD Anfang Januar auch nicht von der wirklichen Reue des Bundespräsidenten überzeugt. „Ja, ich finde seine Entscheidung richtig.“ Wulff habe das Amt schwer beschädigt. Der Politik wünsche er, „dass sie schnell eine oder einen Kandidaten findet, der die Reputation dieses hohen Amtes in relativ kurzer Zeit wieder herstellt.“
Giampaolo Alemanno, Betreiber des italienischen Eiscafés in der Stadt: „Herr Wulff ist mir vom Gesicht her sympathisch. Aber man konnte ihm nicht mehr trauen.“ Der Gastwirt glaubt, der Politiker habe sich schmieren lassen. „Sein Rücktritt war richtig.“
Heinz Wagener sah den Politiker anfangs „als von den Medien gehetzt und getrieben“. Aber spätestens seit der Staatsanwalt Ermittlungen aufgenommen habe, hätte sich Wulff nicht mehr halten können. „Der Rücktritt geht in Ordnung.“
Felix Leischner und Francesco Fidone (Schülersprecher der Richard-Schirrmann-Realschule) verfolgten die so genannte Affäre durchaus interessiert. Sie bemängeln, das die Person Wulff dabei aber zu viel von ihrer Privatsphäre habe preisgeben müssen. „Ob das alles stimmt, was man jetzt Herrn Wulff vorwirft, wissen wir nicht. Aber hier bei uns an der Schule darf auch nicht getäuscht werden. Der Rücktritt ist deshalb okay.“
von Johannes Bonnekoh



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