ALTENA ▪ Ein Kleinod wie dieses bekam einst Reichskanzler Otto von Bismarck, und ein zweites ging an Kommerzienrat Gustav Selve. Von der Existenz weiterer Stücke ist unter Kunsthandwerkexperten nichts bekannt.

© Keim
Bernd Falz (Freunde der Burg) und Landrat Thomas Gemke enthüllen die Vitrine mit dem kostbaren Stück. ▪
Ein prächtig gearbeiteter Silberschild, den der Altenaer Unternehmer im September 1897 von seiner Belegschaft zur Silberhochzeit bekam, ist in die Burgstadt zurückgekehrt und gehört seit gestern zur Dauerausstellung des Burgmuseums.
Das prachtvolle Stück galt Jahrzehnte lang als verschollen. Jetzt weiß man: Es hatte sich zuletzt 30 Jahre im Privatbesitz eines norddeutschen Sammlers befunden. Von dort fand es den Weg zu Roberto Bona, der in Blankenburg/Harz einen Kunsthandel betreibt. Bona erkannte schnell die Verbindung nach Altena und nahm Kontakt mit Museumsleiter Stefan Sensen auf.
Am Dienstagnachmittag konnten Landrat Thomas Gemke und Bernd Falz für die „Freunde der Burg“ deshalb das neue Exponat seiner Bestimmung übergeben. Gemke freute sich, dass es gelungen sei, ein solches Stück nach 115 Jahren wieder nach Altena zurückzubringen.
Kenner des historischen Kunsthandwerks haben das neue Ausstellungsstück mit Hinweis auf seine Seltenheit und die handwerkliche Perfektion als „blaue Mauritius der märkischen Industriekultur“ beschrieben.
Die Inschrift des Schildes besagt unter anderem: „... in treuer Ergebenheit dargebracht von den Angehörigen der Firma Basse & Selve“. Der Schild ist aus 800er Silber gefertig, wiegt 4,5 Kilogramm und ist 67 Zentimeter hoch und 46 Zentimeter breit. Im unteren Drittel zitiert er Selves Motto, „Treue um Treue“.
Gustav Selve (1842 - 1909) war zu seiner Zeit einer der bedeutendsten Industriellen Deutschlands. Sein Metallkonzern beschäftigte bis zu 3500 Mitarbeiter. Stefan Sensen sagte gestern: „Was Krupp für das Ruhrgebiet war, war Selve für das Sauerland.“ ▪ Von Thomas Keim



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