Zwischenzeitlich Aufnahmestopp: Lüdenscheider Tafel ist am Limit

Dieter Rabenschlag, Vorsitzender der Lüdenscheider Tafel.

Lüdenscheid - 170 Abholer kommen Woche für Woche zur Lüdenscheider Tafel. Der Verein stößt aber mittlerweile an seine Grenzen. „Wir sind am Limit und müssen zwischenzeitlich auch einmal einen Aufnahmestopp verhängen“, sagt Vorsitzender Dieter Rabenschlag.

„Wir bekommen immer wieder Menschen überwiesen, zum Beispiel von der Stadt oder vom Job-Center, aber keiner fragt uns, ob wir das überhaupt noch schaffen können.“

Hinter den 170 Abholern stehen natürlich auch Familienangehörige. „Die müssen wir dazu zählen und kommen damit auf gut 500 Menschen, die wir an den drei Abholtagen in der Woche unterstützen“, erklärt Rabenschlag, der sich bereits seit mehr als zehn Jahren für die Lüdenscheider Tafel ehrenamtlich engagiert.

Apropos Ehrenamt: „Wir brauchen dringend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gerade bei den Fahrern, die die Lebensmittel bei unseren Partner abholen, haben wir einen Engpass.“ Hintergrund des Personalbedarfs ist auch, dass sich viele – meist Rentner – schon lange einsetzen und irgendwann altersbedingt aufhören.

Auch die Lebensmittel sind zurzeit knapper als sonst. Urlaubsbedingt kaufen die Discounter weniger ein, so dass auch weniger für die Tafel übrig bleibt. Gleichzeitig kommen nach Angaben Dieter Rabenschlags stetig mehr neue Abholer, die sich bei der Tafel melden. Auch deshalb wird es immer wieder eng.

Mit der Ausgabe der Waren ist ebenfalls ein gewisser Aufwand verbunden. Nummern müssen herausgegeben werden, Registrierungen überprüft werden. Die Abnehmer der Tafel sind bedürftige Menschen, insbesondere Rentner, Sozialhilfeempfänger, Arbeitslose, Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Asylbewerber, sowie soziale Einrichtungen. Es wird vom Team geprüft, wer zur Warenabholung berechtigt ist. Hierbei wird die Einkommenssituation jedes Einzelnen berücksichtigt.

Wer sich vorstellen kann, ehrenamtlich bei der Lüdenscheider Tafel mitzuarbeiten, kann sich unter der Rufnummer  01 73 /2 55 88 55 melden.

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