Wefelshohler Straße 44: Kein Gebot bei zweitem Versteigerungstermin

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Auch der zweite Anlauf zur Versteigerung der Gewerbeimmobilie Wefelshohler Straße 44 scheiterte. 

Lüdenscheid - Ohne Resonanz blieb im Amtsgericht Lüdenscheid am Donnerstag auch der zweite Anlauf, die Gewerbeimmobilie Wefelshohler Straße 44 zu versteigern. Damit bleibt das Objekt ein Problemfall für die Sparkasse Lüdenscheid, die als Hauptgläubigerin die Versteigerung der Fabrikhalle betreibt.

4621 Quadratmeter Brutto-Gesamtfläche, 4337 Quadratmeter Nutzfläche: Raum steht in der eingeschossigen Halle mit eingebauten Sozialräumen und Büros mehr als genug zur Verfügung. Nach der Fertigstellung der Halle im Jahr 1972 produzierte hier eine Schraubenfabrik. Nach deren Insolvenz übernahm der jetzige Eigentümer das Gebäude, das mittlerweile unter der Aufsicht eines Zwangsverwalters steht. Genutzt werden derzeit lediglich eine Lagerfläche von 850 Quadratmetern und Sozialräume von 25 Quadratmetern. Die Mieteinkünfte reichen kaum, um die Grundstücksabgaben an die Stadt zu entrichten und die allernötigsten Reparaturen zu veranlassen.

Ein Gutachten schätzte den Verkehrswert auf eine Million Euro. Zum Termin am Donnerstag hätte ein ernsthafter Interessent ein Gebot von mindestens 700 000 Euro abgeben müssen.

Das Gutachten listet die zahlreichen Mängel des Gebäudes auf, die einer Vermarktung entgegenstehen: Seit 1972 wurde es nicht energietechnisch saniert, es besteht ein erheblicher Reparatur- und Instandhaltungsrückstau: Schäden an Fassaden und Lichtbändern, Undichtigkeiten an den Dachflächen und dadurch verursachte Feuchteschäden und Schimmelpilzbildung im Inneren der Hallen.

8457 Quadratmeter ist das Grundstück groß – bei einem Quadratmeterpreis von 50 Euro ergibt allein die Multiplikation einen Betrag von 422.850 Euro. Der Abriss des Gebäudes als eine mögliche Lösung würde allerdings erheblich an diesem möglichen Ertrag knabbern. Der Vertreter der Sparkasse bestätigte Überlegungen, das Grundstück nicht mehr als Gewerbefläche, sondern als Bauland zu nutzen. Doch vor einer solchen Lösung müsste der städtische Bebauungsplan geändert werden. Auch Wegerechte der Nachbarn und die unmittelbare Nachbarschaft eines Gewerbegebietes stehen solchen Überlegungen im Wege.

Städtebaulich ist der Standort interessant: Direkt nebenan befindet sich die Theodor-Heuss-Realschule, gut erreichbar ist an der Bräuckenstraße ein Stadtteilzentrum mit mehreren Läden. Dazu lädt das „Schneckenhaus“ zu sportlichen Aktivitäten ein, und wem es nicht mehr so gut geht, der hat in 500 Metern Entfernung das Krankenhaus.

Das Zwangsversteigerungsverfahren, das um 11.11 Uhr begann und um 11.42 Uhr ergebnislos endete, wurde einstweilig eingestellt. In sechs Monaten könnte auf Betreiben der Sparkasse ein dritter Termin anberaumt werden, zu dem die Wertgrenzen des Gebäudes weiter sinken.

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