Wald als Wellness-Oase

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Der Wald ist laut Nachhaltigkeitsbericht auch eine Wellnessoase. Die Bäume gelten als wahre Klimakraftwerke.

Lüdenscheid - Neben wirtschaftlichen Faktoren weist der Wald auch eine äußerst positive Umweltbilanz auf. Das betonte Jens Hevendehl, stellvertretender Forstamtsleiter des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland, bei der Vorstellung des aktuellen Nachhaltigkeitsberichtes.

„Der Wald ist viel mehr als Holz und Bäume.“ Jeder Baum entziehe bei seinem Wachstum der Atmosphäre CO2 . So kompensierten die märkischen Wälder knapp 20 Prozent der kreisweiten CO2 -Emissionen. Die Bäume seien wahre Klimakraftwerke. „Jede Stunde entziehen sie der Luft im Märkischen Kreis 50 Tonnen CO2 .“ Umgerechnet werde so stündlich der Kohlendixoid-Ausstoß von 300 000 Pkw-Kilometern kompensiert, beschreibt Hevendehl die Dimensionen.

„Leider können die Waldbesitzer für die meisten Leistungen, die ihre Wälder erbringen, keine Rechnung schreiben“, weist der 40-Jährige auf einen weiteren Aspekt hin. „Der Eintritt in die WellnessOase ist umsonst.“ Die Bevölkerung könne den Wald und dessen Wirtschaftswege jederzeit betreten. Auch der Schluck sauberen Trinkwassers aus den hiesigen Talsperren wäre ohne die ausgedehnten Waldgürtel deutlich teurer, fügt Hevendehl hinzu.

Die biologische Vielfalt macht sich besonders beim Totholz bemerkbar. Abgestorbene Äste und Baumstämme bieten Brutvögeln vielfältige Nistgelegenheiten in den Höhlen der Baumstämme. „Im Mulm dieser Hohlräume können sich spezialisierte Insektenlarven entwickeln, was wiederum für Vögel und andere Insektenfresser eine gefüllte Vorratskammer, sprich Schatzkammer, bedeutet“, rückt Hevendehl noch ein spezielles Waldthema in den Fokus. Letztendlich zerfalle das Holz und bilde den idealen Nährboden für neu keimende Bäume und somit für die Naturverjüngung. Bedrohte Tiere und Pflanzen kehrten mehr und mehr in die Wälder zurück. „Jüngst wurde die Wildkatze wieder in den heimischen Wälder entdeckt“, sagt Nils-Holger Schäfer, Fachgebietsleiter für die Zentralen Dienste.

Schäfer gab zudem noch einen kurzen Überblick zur Struktur des Regionalforstamtes an der Parkstraße: 32 Beschäftigte arbeiten dort. 17 Förster und zwei Forstwirtschaftsmeister kümmern sich um die Belange der Waldbesitzer.

Ein Erfolgsmodell sei die Waldschule in Iserlohn-Letmathe, die inzwischen den 100 000. Besucher gezählt habe und damit führend in Nordrhein-Westfalen sei.

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