VHS-Programmheft liegt vor: Großteil ist unsichtbar

Lüdenscheid - Zwei Tage nach Erscheinen des neuen Kursprogramms, auch als LN-Beilage, freut sich VHS-Chef Andreas Hostert über das erste dicke Lob. „Es kam per E-Mail.“ Vor allem die Fachbereiche in Sachen Kunst und Kreativität sowie das Thema „Gemeinsam alt werden in Lüdenscheid“ kämen gut an, so Hostert. „Aber der größte Anteil der Arbeit, die wir hier leisten, taucht in unserem Programmheft gar nicht auf.“

Die Volkshochschule der Stadt unterliegt dem steten Wandel. Von den aktuell angebotenen rund 24 000 Unterrichtsstunden pro Jahr werden 14 000 „für die Öffentlichkeit gar nicht sichtbar“, so Andreas Hostert. Allein 9000 Stunden beträgt das Kontingent für Deutsch- und Integrationskurse.

Dazu kommen Projekte wie etwa die Förderung der Chancengleichheit in der Grundschule, für die 5000 Stunden veranschlagt werden – und Seminare in Kooperation mit sogenannten Drittanbietern, also örtlichen Akteuren wie dem Weltladen, den Gewerkschaften oder der Verbraucherzentrale.

Die wachsende Anzahl der Angebote und Unterrichtsstunden lässt die Verantwortlichen der VHS langsam an betriebswirtschaftliche Grenzen stoßen. Deshalb wird das Anbohren großer Fördertöpfe immer wichtiger. Erstmals, berichten die Dozenten Monika Wischinski und Michael Tschöke, hat die VHS jetzt für zwei örtliche Projekte Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) erhalten. Damit sollen ein Lerncafé für die Alphabetisierung sowie das Projekt „Fit und entspannt ins Berufsleben starten“ finanziert werden, in dem Schulabgänger etwas über Zeitmanagement, gesunde Ernährung oder Entspannungstechniken erfahren können.

Die klassischen offenen Angebote der Volkshochschule erfreuen sich eher geteilten Zuspruchs. Das Interesse an Themen wie Gesundheit, Entspannung oder Ernährung ist laut Andreas Hostert ungebrochen. Familienbildung hingegen – also Spielkreise oder Kontaktgruppen – wurden so wenig nachgefragt, dass es diese Angebote nun nicht mehr gibt. Auch das Interesse an EDV-Kursen hat spürbar nachgelassen. Einer der beiden Unterrichtsräume wurde laut Hostert schon aufgelöst.

Unterschiedlich sind die Erfahrungen der Verantwortlichen mit den Sprachkursen. Der Bedarf an Französisch, Italienisch oder Spanisch ist kleiner geworden, die Resonanz auf Russisch und Polnisch stagniert. Das Fach Englisch erlebt derzeit – auch wegen des Angebots Wirtschafts-Englisch – einen klaren Aufwärtstrend.

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