Notfallplan für städtische Kitas in Arbeit

Verdi ruft für Mittwoch zu eintägigem Warnstreik auf

Im Mai vergangenen Jahres machten sich Verdi-Mitglieder auch auf den Weg zu einer Protestveranstaltung.

Lüdenscheid - Am Mittwoch wird es im Öffentlichen Dienst teilweise zu Engpässen kommen. Die Gewerkschaft Verdi Südwestfalen hat im Vorfeld der dritten Tarifverhandlungsrunde in Potsdam für die Beschäftigten zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen.

„Wir sind gerade dabei, eine Notfallplanung zu erarbeiten“, sagte Ursula Speckenbach, Fachdienstleiterin für neun städtische Kindertagesstätten, am Montag auf LN-Anfrage. Es müsse geklärt werden, wer aus den Einrichtungen an dem Warnstreik teilnimmt und welche Eltern welcher Kitas unbedingt einen Platz brauchen. „Wir telefonieren den Bedarf ab.“

Auch Mitarbeiter der Kreisverwaltung sind aufgerufen, einen Tag lang ihre Arbeit niederzulegen. Dadurch könne es für Bürger im Kreishaus ebenfalls zu Einschränkungen kommen. Wer die Möglichkeit habe, seinen Behördengang zu verschieben, solle sich überlegen, nicht unbedingt am Mittwoch zur Kreisverwaltung zu kommen. Darauf weist die Kreisverwaltung hin.

Hintergrund des Warnstreiks, zu dem neben Beschäftigten aus dem Märkischen Kreis auch die aus den Regionen Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis aufgerufen sind, ist, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Auch Beschäftigte aus dem Nahverkehr, der Müllabfuhr, der Sparkassen, des Jobcenters sowie aus Bereichen des Gesundheitswesens sind aufgerufen, die Arbeit niederzulegen und sich Mittwoch an der regionalen Kundgebung in Dortmund zu beteiligen.

Überblick über die landesweiten Aktionen

Verdi fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent sowie eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 12 Monaten. Zudem will die Dienstleistungsgewerkschaft „sachgrundlose Befristungen von Arbeitsverhältnissen abschaffen und die unbefristete Übernahmen der Auszubildenen regeln“.

Bisher kommen die Arbeitgeber des Bundes und der Kommunen diesen Vorstellungen nach Verdi-Ansicht nur unzureichend entgegen. „Das Angebot der Arbeitgeber bedeutet auf das Jahr 2016 bezogen ganze 0,6 Prozent und für das kommende Jahr nur 1,2 Prozent mehr Einkommen und kein Angebot von ganzen drei Prozent, wie die Arbeitgeber behaupten“, findet die stellvertretende Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Südwestfalen, Bettina Schwerdt. „Damit setzen sie, trotz glänzender Kassenlage, auf Reallohnverluste.“

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