Verbraucherzentrale: „,Pokémon-Go’ birgt rechtliche Risiken“

Magdalena Ermert, Leiterin der Verbraucherberatungsstelle Lüdenscheid

Lüdenscheid - Nicht nur viele Monster-Sucher, sondern auch die Verbraucherzentrale beschäftigt sich mit dem Smartphone-Spiel „Pokémon-Go“. Die Analyse der Verbraucherschützer fällt aber nicht so spaßig aus, denn sie haben einige Probleme ausgemacht, auf die sie die millionenfachen Nutzer aufmerksam machen.

„Das birgt einige rechtliche Risiken“, weist Magdalena Ermert, Leiterin der Lüdenscheider Beratungsstelle, auf die Ausführungen des Landesverbandes NRW der Verbraucherzentrale hin.

Auf der Suche nach dem Fantasielebewesen Pokémon gehen reale und virtuelle Welt ineinander über. Reale Orte müssen erreicht werden, um es zu fangen. Außerdem gibt es Treffpunkte. Mitspielen kann nur, wer sich über die entsprechende Smartphone-App ins Geschehen stürzt, und damit beginnen auch die Vorbehalte der Verbraucherzentrale: Das Unternehmen, das hinter „Pokémon Go“ steckt – Niantic Labs mit Sitz in den USA – habe dann Zugriff auf Kamera, das GPS-Signal, den Speicher und die Kontaktliste. 

In der Datenschutzerklärung stehe, dass alle gesammelten und gespeicherten Daten der Firma gehören. „Die Macher der App wollen zukünftig wohl auch damit Geld verdienen, dass sie Treffpunkte – die sogenannte Pokéstops – gegen Zahlung bei Firmen einrichten. Die Firmen können die Pokémon-Sucher dann in ihre Geschäfte locken, damit sie dort einkaufen und mit Vorteilen im Spiel belohnt werden“, schreiben die Verbraucherschützer.

Der Bundesverband gehe davon aus, dass die Pokémon-App zum Teil gegen deutsche Verbraucherrechts- und Datenschutzstandards verstoße und habe im Juli insgesamt 15 Klauseln aus den Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen abgemahnt. Gebe das Unternehmen keine Unterlassungserklärung ab, werde ein Klageverfahren geprüft.

Persönlichkeitsrecht müssen gewahrt bleiben

Auch Persönlichkeitsrechte müssen beim „Pokémon Go-fieber“, das zurzeit allerorten herrscht, gewahrt bleiben. So hatte sich eine Frau aus NRW bei der Verbraucherzentrale gemeldet, weil ein Spiel-Treffpunkt an einer Skulptur in ihren Vorgarten eingerichtet war. Spieler versammelten sich vor dem Fenster, machten Fotos von Skulptur und Gebäude und sprachen auch die Frau an, um sich mit ihr ablichten zu lassen. Im öffentlichen Raum dürfe nicht so einfach fotografiert und gefilmt werden. Ein Veröffentlichen von Bildern zum Beispiel auf Facebook, auf denen fremde Personen ohne deren Einwilligung zu erkennen seien, könnten zivilrechtliche Konsequenzen haben, betonen die Verbraucherschützer.

Ein weiterer Tipp lautet: „Achten Sie auf Ihre Umgebung!“ Das ständige Starren aufs Smartphone lenkt von der Umgebung ab – sprich: Kollisionsgefahr. Auch solle man sich nicht in möglicherweise gefährliche Gegenden locken lassen. Es gebe schon Berichte darüber, dass Räuber an den Treffpunkten gewartet hätten.

Auch über die möglichen Kosten der App gibt die Verbraucherzentrale Auskunft.

Weiter Informationen unter www.verbraucherzentrale.nrw

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