Kluse: Hoffen auf Automaten

Unterschriftenlisten für Sparkassenstandort

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Lebendiges Viertel: Im Einzugsbereich Kluser Straße gibt’s unter anderem einen Discounter, Lokale, ein Kino, das Zentrum Alte Kluser Schule, eine Lotto-Annahmestelle, Bäckereien, einen Friseur, eine Fahrschule, eine Apotheke und – noch – eine Sparkasse.

Lüdenscheid - „Die Kluse“ ist kein fest abgegrenztes Gebiet. Für manche ist es nur die Kluser Straße. Für andere reicht sie bis tief in die Worth- und Werdohler Straße hinein. Im Moment definiert sich die „Kluse“ über die Entfernung bis zur Sparkassen-Geschäftsstelle und damit bis zum nächsten Geldautomaten.

Seit die Sparkasse angekündigt hat, im Frühjahr 2017 neben anderen Geschäftsstellen auch die an der Kluse zu schließen, herrscht Unruhe im Viertel. Anwohner, Geschäftsleute und Gastronomen befürchten, dass unter der Schließung des Frequenzbringers auch die anderen Geschäfte leiden. Sie sind besorgt, aber auch verärgert, und das nicht nur, weil es künftig umständlicher wird, „mal eben“ die Tageseinnahmen einzuzahlen, Überweisungen zu tätigen, Geld abzuheben. Am Mittwoch machten sie ihrem Unmut Luft, als Sparkassenvorstand Markus Hacke in der Geschäftsstelle das Vorhaben aus Sicht der Sparkasse erläuterte (wir berichteten). Auch Unterschriftenlisten legten sie aus, vor allem auch deshalb, weil die Geschäftsstelle komplett geschlossen werden soll und nicht einmal der Automatenbereich bleibt. Das ist für viele insbesondere deshalb unverständlich, weil die Sparkasse an der Kluse „im Eigentum“ sitzt, wie Markus Hacke auf Nachfrage erklärte. Warum man den vorhandenen Automatenbereich nicht abtrenne und nur den Rest neu vermiete – darauf gab es keine schlüssige Antwort.

Bis auf Weiteres werden nun bei acht, neun Händlern und Gewerbetreibenden Unterschriften gegen den Komplett-Rückzug der Sparkasse aus der Kluse gesammelt. Die Hoffnung, tatsächlich zumindest einen Automaten für den Standort zu erkämpfen, ist gering, der Wille, es zumindest zu versuchen, ist stark. Eine Geschäftsfrau bot am Mittwoch sogar spontan ihre Räume als Standort an. Auch die Sorge von Anwohnern, dass als nächstes der Lebensmitteldiscounter Netto seine Filiale schließen könne, nachdem er sich auch schon aus der Oberstadt zurückgezogen hat, wurde laut: „Dann ist dieses Viertel tot.“

Die Sparkasse jedoch sieht angesichts der langfristigen Prognosen über Kunden- und Ertragsentwicklung keine Alternative zum skizzierten Weg. Markus Hacke: „Die Welt dreht sich weiter. Wir können uns dem Wandel nicht verschließen.“

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