Wahlkreis 123: Mitglieder-Entscheidung am 19. Mai

Unternehmer Ralf Schwarzkopf will für die CDU in den Landtag

Ralf Schwarzkopf, Aufsichtsratsvorsitzender der WIDI

Lüdenscheid  -  Der Lüdenscheider Unternehmer Ralf Schwarzkopf bewirbt sich 2017 für die CDU um ein Landtagsmandat. Weitere Kandidatenvorschläge liegen nach einem Treffen von Unions-Vorsitzenden aus den sechs Kommunen des Wahlkreises 123 nicht vor. Am 19. Mai entscheidet die Mitgliederversammlung im Wahlkreis über seine Bewerbung.

„Ich brauche keinen Golfschläger und kein Boot.“ Sein Engagement sieht Ralf Schwarzkopf nicht auf kurzgeschorenen Greens oder tiefblauen Seen, sondern in Plenarsälen, Ausschusssitzungen und Debatten für den Bürger: Der Lüdenscheider Unternehmer bewirbt sich 2017 für die CDU um ein Landtagsmandat. Weitere Kandidatenvorschläge liegen nach einem Treffen von Unions-Vorsitzenden aus den sechs Kommunen des Wahlkreises 123 nicht vor.

Seit dem 14. Lebensjahr ist Ralf Schwarzkopf „mit viel Spaß und Herz“ bei der Sache für die Christdemokraten. Im Laufe der Zeit mündete die pure Freude in verantwortungsvolle Positionen: Der 47-Jährige ist Vorsitzender der CDU in Lüdenscheid, Kreistagsabgeordneter, sitzt im Aufsichtsrat der Wirtschaftsdienste Hellersen und der Märkischen Kliniken, verwaltet und kontrolliert als Schatzmeister die Finanzen der Kreispartei und ist in der Mittelstandsvereinigung der Partei aktiv.

Ins väterliche Unternehmen Hotset, ein Spezialist für Heizpatronen, stieg er nach dem Studium der Soziologie, Volkswirtschaft und Psychologie ein. Als Geschäftsführer (seit 2000) etablierte er die Marke nach und nach weltweit mit Standorten in Malta, Indien, Singapur, China und den USA. Sein Unternehmen weiß er dies- und jenseits des Atlantiks mit motivierten und verlässlichen Mitarbeitern gut gerüstet. Das unverzichtbare Fundament für den Wahlkreis 123 mit Lüdenscheid, Meinerzhagen, Kierspe, Halver, Schalksmühle und Herscheid ist gegossen.

Deshalb kann er den Sprung in die nordrhein-westfälische Politik wagen, weil es aus seiner Sicht noch vieles zu bewegen gilt, damit mittelständische Unternehmen hier Geld verdienen können. „NRW ist Schlusslicht beim Wachstum“, bedauert er und hält „den ständigen Verweis auf Altlasten“ für verbraucht. Eine marode Infrastruktur, eine ungenügende Breitbandversorgung, dafür aber steigende Gewerbe- und Grundsteuern – „unser Land wird nicht sexy, wenn Tausende von Euro aus den privaten Kassen abfließen.“ Dieser „ewige Teufelskreis“ aus immer neuen Aufgaben für die Kommunen und immer neuen Einnahme- und Sparzwängen „macht vor Ort keinen Spaß“ mehr. „Wir lassen uns verkloppen, wenn wir der Lüdenscheider Tafel 100 Euro streichen.“

Eine nicht weniger „dramatische Entwicklung“ macht Schwarzkopf bei der Kinderbetreuung aus. „Wenn wir Chancengleichheit haben wollen, dann müssen wir preiswerte Angebote für junge Familien vorhalten – am besten kostenlose.“ Sonst gerate man zu den Städten mit einer freien Versorgung hoffnungslos ins Hintertreffen. Lineare oder nach Stufen eingeteilte Abrechnungsmodelle offenbarten eine gemeinsame Schwäche: für die Betroffenen zu teuer.

Apropos Geld: Das ist für Schwarzkopf nicht die Antriebsfeder, um richtig in die Politik einzusteigen. „Ich bin unabhängig und kann mir deshalb auch eine eigene Meinung leisten.“

Die erste Hürde auf dem Weg nach Düsseldorf steht Schwarzkopf am 19. Mai mit der Mitgliederversammlung im Wahlkreis bevor. Dann entscheidet die Basis, ob der Rückenwind für seine Bewerbung kräftig genug ist. Sollte der ausreichen, hält er es für die nächsten Monate mit dem „Chef-Senior“ der CDU, Prof. Dr. Otto Wulff: „Wahlkämpfe sind die Flitterwochen der Partei.“

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