Umfrage: Wirken Schockbilder auf Zigarettenschachteln?

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Birgit Uhlenbruch hofft, dass die Schockbilder keine geschäftlichen Auswirkungen haben.

Lüdenscheid - Faulende Raucherbeine, schwarze Zähne und geteerte Lungen – seit Mai 2016 sind Schockbilder auf Zigarettenschachteln verpflichtend. Viele finden dieses Konzept unverschämt, andere glauben an die Wirkung, erfuhren die LN bei einer kleinen Umfrage.

Ein Vater mit zwei Kindern kommt in den Kiosk Wolsdorff im Stern-Center. Er schlägt vor, die Schockbilder zu sammeln und einen eigenen Horrorfilm daraus zu basteln.

Lutz Niebuhr versteht nämlich nicht, wie man Kindern Horrorfilme verbieten kann, aber solche abschreckenden Bilder öffentlich abdruckt. Sein Sohn pflichtet ihm bei, dass ihm manchmal schlecht wird, wenn er die Bilder sieht.

Manche schwören sich, mit dem Rauchen aufzuhören

Verkäuferin Birgit Uhlenbruch kann von unterschiedlichen Erfahrungen berichten. „Die einen so, die anderen so.“ Sie habe auch schon drei Kunden gehabt, die sich geschworen hätten, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn die Schockbilder abgedruckt werden. „Das ist einfach je nach Typ des Menschen unterschiedlich. Aber die, die rauchen wollen, die werden damit nicht wegen der Bilder aufhören“, glaubt sie.

"Die Bilder schrecken durchaus ab"

„Die Bilder gehören nicht auf die Schachteln, aber sie schrecken durchaus ab“, sagt Raucherin Jessica Meyer. Sie kann sich vorstellen, dass Leute weniger rauchen, weil sie die Bilder auch unbewusst wahrnehmen. Bei sich selbst kann sie das aber nicht feststellen.

Auch eine Mitarbeiterin von der Westlotto Tabak Börse am Rathausplatz kann von verschiedenen Erfahrungen berichten. Viele suchten sich zum Beispiel die Bilder aus, die am harmlosesten sind, andere wenige lachten über die Bilder, sagt sie.

„Ich denke, es bringt nichts. Man weiß, dass Rauchen ungesund ist und mit der Zeit gewöhnt man sich an den Anblick“, erklärte sie.

Erhöhte Nachfrage nach Verpackungsboxen

Arnd Nitsch findet die Bilder übertrieben.

In der Verkaufsstelle Lotto Nitsch berichtet Arnd Nitsch ebenfalls von der Normalisierung und der Nicht-Wahrnehmung der Bilder. Außerdem könne er eine erhöhte Nachfrage nach Verpackungsboxen für Zigarettenschachteln feststellen. Viele seiner Kunden berichteten, dass die Bilder nicht die Raucher selbst stören, sondern die Menschen die mit ihnen am Tisch sitzen, erzählt er. Einige seien sich sicher, dass die Bilder übertrieben sind – etwa nach dem Motto „Rauchen ist zwar schädlich, aber nicht so extrem“.

"Man kann nie alles ausschließen"

Die Eheleute Bässler, ebenfalls Raucher, verstehen nicht, warum beim Rauchen auf die Schädlichkeit mit Bildern hingewiesen wird und zum Beispiel beim Alkohol nicht.

Auch Essen enthalte heutzutage oft chemische Zusatzstoffe, die durchaus schädlich seien können, sagen sie. Und einig sind sie sich vor allem in einer Sache: „Man kann im Leben nie alles ausschließen, jeder sollte das für sich selbst wissen.“ - ivd

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