Umbaupläne an Nordstraße: „Erst Spaß, jetzt Frust“

Marion Kappel mit den Umbauplänen für den Gebäudekomplex an der Nordstraße 5.

Lüdenscheid - „Das könnte etwas richtig Schönes werden. Doch aus dem Spaß, den ich erst daran hatte, ist jetzt Frust geworden. Es geht nicht weiter. Es fällt einfach keine konkrete Entscheidung seitens der Denkmalbehörde“, sagt Marion Kappel.

Die Geschäftsführerin der Karl Kuhne GmbH & Co. KG an der Nordstraße 5a legt die Pläne auf den Tisch und zeigt, wie weit ihr Projekt bereits gediehen ist. „Hier sollen über drei Etagen altersgerechte Wohnungen entstehen, die zwischen 50 und 88 Quadratmeter groß sein werden, natürlich mit Aufzug erreichbar und barrierefrei. Auch energetisch soll alles auf den neuesten Stand gebracht werden. Ich habe mir gedacht, dass dies mitten in der Stadt ein gutes Angebot für ältere Menschen ist. Ganz schnell sind sie auf dem Markt, die Infrastruktur ist gut. Aber jetzt geht es schon seit vielen Monaten nicht weiter, weil seitens der Unteren Denkmalbehörde keine klare Regelungen gibt.“

Denn das Gebäude, 1888 erbaut und ehemals Knopffabrik Noelle & Lange, steht unter Denkmalschutz und damit sind die Untere Denkmalbehörde, vertreten durch Stefan Frenz als städtischer Fachdienstleiter Kulturmanagement und das Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, mit im Boot. „Sie mischen sich in Vieles ein, ohne dass meine Architektin und ich damit etwas anfangen können und wir das im Projekt umsetzen können. Ich möchte jetzt endlich Klarheit haben.“

Gäbe es die Einwände nicht, die nach Angaben von Marion Kappel auf die Fenster, die Anbringung der Balkone und die Farbgestaltung beziehen, wäre sie schon viel weiter, betont die 65-Jährige. Die Finanzierung stehe schon längst, auch mit dem Bauamt der Stadt habe sie keine Probleme, doch seit Beginn 2015 komme es zu keiner greifbaren Lösung.

In einem Schreiben an Stefan Frenz beschwert sich Marion Kappel über den „nicht tragbaren und unzumutbaren Zustand“. Sie erwarte eine zeitnahe Entscheidung, solange wetterbedingt noch Möglichkeiten des Umbaus bestehen. „Innen darf ich, außen aber nicht“, sagt sie im LN-Gespräch. Bis zum 5. September hat sie der unteren Denkmalbehörde eine Frist gesetzt. Sie möchte wissen, welche Behörde denn nun verbindliche Entscheidungen trifft. „Ich habe ja ansonsten grundsätzlich gar nichts dagegen, den Charakter des Gebäudes zu erhalten. Das finde ich gut.“

Stefan Frenz erklärte auf Anfrage, er wolle sich wegen des laufenden Verfahrens nicht positionieren. Marion Kappel dürfte diese Antwort nicht zufriedenstellen. Ihr Frust wird wohl bleiben.

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