Tierschutzvereinsvorsitzende erklären Einsätze

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Die Vorsitzenden des Tierschutzvereins Lüdenscheid und Umgebung: Thomas Höllmann (li.) und Rolf Störmann.

Lüdenscheid - In letzter Zeit erhält der Tierschutzverein Lüdenscheid und Umgebung fast wöchentlich Anrufe, in denen sich Menschen melden, die sich über schlecht gehaltene Tiere beschweren.

„Die Anrufer erwarten von uns ein direktes Eingreifen. Doch die rechtlichen Möglichkeiten dazu haben wir nicht“, sagen Thomas Höllmann, 1. Vorsitzender des Vereins, und sein Stellvertreter Rolf Störmann. „Wir können mit den Leuten sprechen, was wir immer zu zweit tun, um Zeugen zu haben. Denn ganz ungefährlich ist das nicht. Versuche, Halter auf Missstände im Umgang mit ihren Tieren hinzuweisen, bleiben nicht selten fruchtlos. Wenn von uns Verstöße festgestellt werden, schalten wir das Kreisveterinäramt und das Ordnungsamt ein. Aber wir selbst als privater Verein haben keine rechtlichen Möglichkeiten“, stellen die beiden klar. Die Leute äußerten sich manchmal enttäuscht darüber, dass der Tierschutzverein nicht mehr unternehme.

Immer häufiger werden Tiere in verwahrlosten Wohnungen, aus denen die Bewohner verschwunden seien, zurückgelassen. Die Polizei nehme den Sachverhalt auf, die Tiere – meist Hunde und Katzen, aber auch andere Kleintiere – kommen zunächst einmal in die Obhut des Tierschutzvereins. Ordnungsamt und das Veterinäramt müssten dies verfügen, damit der Verein eine Kostenerstattung erhält. In einem Vertrag mit dem Märkischen Kreis ist die Zahlung einer Geldpauschale für solche Fälle vereinbart. Tiere, die beschlagnahmt werden, können – wenn das Ordnungsamt es verfügt und auf ein Anschreiben an die Halter keine Rückmeldung gekommen ist – zur Vermittlung freigegeben werden.

Immer häufiger werden Tiere in Wohnungen zurückgelassen werden, weil die Besitzer Tierarztkosten oder Medikamente nicht bezahlen könnten. „Wir helfen natürlich in solchen Fällen, aber betonten noch einmal: Unsere Möglichkeiten der Einflussnahme sind begrenzt.“ Das Tierschutzgesetz lege nicht so strenge Maßstäbe an, wie sich mancher Beschwerdeführer wünsche. „Es gibt keine Verpflichtung, einen Hund drei Mal am Tag auszuführen. Wenn er viel bellt, weil er lange in der Wohnung allein ist, so verstößt das nicht gegen das Gesetz“, sagen Thomas Höllmann und Rolf Störmann. Das Verständnis von Nachbarn, die das ständige Bellen stört oder es als Tierquälerei betrachten, halte sich natürlich in Grenzen. „Dann erhalten wir oft anonyme Anrufe, weil Nachbarn natürlich auch keinen Streit untereinander wollen.“

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