Symbolik zum Weltflüchtlingstag

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Die ganz große Bühne war es nicht, aber die Symbolik bei der Aktion auf dem Sternplatz erschloss sich vorübergehenden Passanten schnell. - Fotos: Moos

Lüdenscheid - Die Friedensgruppe und der Verein „Wir hier!“ gedachten zum Weltflüchtlingstag auf dem Sternplatz der Menschen, die auf dem Weg übers Mittelmeer ertrunken sind oder an den europäischen Grenzen um Schutz bitten. Doch im nachmittäglichen Treiben in der Innenstadt blieb die Aktion trotz auffälliger Ausstattung eher eine Randnotiz.

Matthias Wagner (l.) und Rüdiger Drallmeyer gehören zu den Aktivisten, die auf Flüchtlingsschicksale aufmerksam machen.

Matthias Wagner, der Musiker Tlako und Bernd Benscheidt haben mit dem Wind zu kämpfen. Ausgebreitete blaue Müllsäcke symbolisieren das gefährliche Meer, die Schuhe darauf die traurigen Überbleibsel der Flüchtenden. Ein buntes Kinderschlauchboot namens „Pacific“ steht für die Skrupellosigkeit der Schlepper, die ihre Opfer in seeuntüchtige Nussschalen pferchen und sie dann ihrem Schicksal überlassen.

Die Ansprache Matthias Wagners bleibt verbraucherfreundlich kurz. Er bezeichnet das Mittelmeer als „das größte Grab Europas“ – und übergibt an den Lüdenscheider Liedermacher Rüdiger Drallmeyer, der mit markiger Stimme Eigenkompositionen zum Thema Flucht und Asyl zum besten gibt. Viele Passanten lockt das nicht an, zudem beginnt es kurz nach dem verspäteten Beginn der Aktion leise zu nieseln. Bei der Polizei wurde eine Demo mit bis zu 50 Menschen angekündigt.

Auf den Karten, die Tlako verteilt, wird das Anliegen am deutlichsten. „2012 ertranken vier Flüchtlinge pro Tag im Mittelmeer. Im Winter 15/16 schlossen die Europäer das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei. Im ersten Halbjahr 2016 ertranken täglich 60 Flüchtlinge.“

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