Sternstunde im Kulturhaus

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Ausgelassen traten die Sänger ins Publikum und sangen von dort aus weiter.

Lüdenscheid - „Sternstunden: Die schönsten Melodien aus Klassik, Oper und Operette“ lautete der Titel des Konzertes. Es wurde wirklich eine Sternstunde im Kulturhaus.

Verantwortlich hierfür waren Sopranistin Eva Lind, ein Duo der German Tenors mit Luis del Rio und Johannes Groß sowie Claudia Hirschfeld mit ihrem „Orchester“, nämlich einer Orgel mit drei Manualen und einer Spitzentechnologie, die es in sich hatte.

Hirschfeld machte den Auftakt mit ihrem „Open Art Orchester“ und lieferte mit einem exzellenten Arrangement des Triumphmarsches aus der Oper Aida von Giuseppe Verdi ein beeindruckendes musikalisches Statement ab.

„Wo hat sie die CD versteckt?“, fragte sich Tenor Groß, als er Hirschfeld zum ersten Mal hörte, wie er verriet. Das fragten sich die Zuhörer im Kulturhaus wohl ebenfalls. Großartiger Streicherklang, verteilt auf zwei Manuale, Orgelklang auf dem dritten, das Schlagzeug mit den Beinen aufgespielt: „Das klingt voluminöser als ein Piano“, wie Claudia Hirschfeld befand. Sie sollte recht behalten.

Im Anschluss präsentierten sich die German Tenors. Groß sang Puccinis anrührende Arie „E lucevan le stelle“, Italienisch für „Und es leuchteten die Sterne“. Er intonierte diese kraftvoll, zugleich innig und sensibel und lieferte einen Hörgenuss mit dem „ehrlichsten Instrument der Welt“: der Stimme. Verdis „La donna è mobile“ bedeute nicht etwa „Meine Frau braucht ein neues Auto“, sondern „Wie graziös bewegt sich diese Frau“, witzelte Groß. Mit Scherzen und Kommentaren wie diesen führten die Künstler durch das Programm, sorgten damit einerseits für eine heitere Atmosphäre im Saal und beeindruckten zugleich mit ausgezeichneten Darbietungen und großem Klangvolumen.

Glanzlichter setzte Claudia Hirschfeld mit Beethovens „Ode an die Freude“. Sie brachte damit ein wunderbares Arrangement für Streichorchester zu Gehör, das unter die Haut ging und mit Pfiffen sowie einem Riesenapplaus beantwortet wurde. „Um anerkannt zu werden, müssen Frauen doppelt so gut sein wie Männer. Zum Glück sind sie es auch“, scherzte sie. Das Publikum quittierte dies mit anerkennendem Extraapplaus.

Eva Lind präsentierte sich mit „Ich hätt´ getanzt heut Nacht“ aus dem Musical „My Fair Lady“, und mit „Granada“ gab Luis del Rio als Solist seine musikalische Visitenkarte ab. Die Anwesenden verfolgten hoch konzentriert die eindrucksvollen Interpretationen, mal solistisch, mal zu zweit oder zu dritt dargeboten. Pfiffe, Zurufe und starker Applaus war die Resonanz.

Stehender Applaus während des Konzertes für Benatzkys „Im weißen Rößl“ beflügelte die Künstler, die daraufhin ausgelassen von der Bühne traten und vom Publikum aus weiter sangen. Mit drei Zugaben ging dieses bewegende Konzert zu Ende.

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