Stellwerk in Brügge steht unter vorläufigem Denkmalschutz

Brügge - Das historische Reiterstellwerk in Brügge steht inzwischen unter vorläufigem Denkmalschutz. „Damit ist der Status quo gesichert“ erklärte Stefan Frenz, als Fachdienstleiter Kulturmanagement auch zuständig als Untere Denkmalbehörde, auf Anfrage der LN.

Gemeinsam mit Ratsherr Jan Eggermann, der mit dem SPD-Ortsverein West/Brügge im April den jüngsten Vorstoß unternommen hatte, um das Stellwerk zu erhalten, erläuterte Frenz, dass dieser Schritt bereits vor den Sommerferien unternommen wurde: „Wegen der voranschreitenden Arbeiten bestand die Gefahr, dass denkmalwerte Dinge verloren gehen.“ 

Aus diesem Grund gebe es das Instrumentarium des vorläufigen Denkmalschutzes. Die Denkmalbehörden haben nun insgesamt sechs Monate Zeit, um den Sachverhalt detailliert zu prüfen und den endgültigen Eintrag in die Denkmalliste zu veranlassen. Der Denkmalwert des Bahnhofsareals war bekanntlich schon vor mehr als zehn Jahren festgestellt worden – damals noch mit dem Bahnhofsgebäude, das dann doch wegen erheblicher Schäden an der Bausubstanz abgerissen werden musste. Jetzt gehe es darum, den aktuellen Denkmalwert von Stellwerk, Signalanlage und dem noch bestehenden Technikgebäude zu begründen. 

Gegen den Denkmalschutz vorgehen könne die Deutsche Bahn AG nur, wenn sie Zweifel am Denkmalwert geltend mache. Wirtschaftliche Interessen seien kein Argument, erklärt Frenz. Aber er betont auch, dass man seit April mit der Bahn „aktiv ins Gespräch gekommen“ sei und „konstruktiv“ miteinander umgehe. Viele Eisenbahnliebhaber – zu denen eben auch Jan Eggermann zählt – hätten Beiträge geleistet, um die außergewöhnliche Stellung des noch bestehenden Bahnhofsensembles zu begründen. Allein die seit den 1920er-Jahren fast unveränderte Technik des Stellwerks sei herausragend. 

Als Ratsherr sieht Eggermann viele Möglichkeiten das Areal künftig zu gestalten und zu nutzen, wenn im Zuge der Reaktivierung der Bahnstrecke nach Köln und Entstehung des Volmetalradweges der Bahnhof in Brügge als Park-and-Ride-Standort in den Fokus rückt.

Rubriklistenbild: © Görlitzer

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