Starkregen nimmt zu: STL misst Daten und zieht Schlüsse

+
Starkregenereignisse – wie hier 2014 – nehmen nach Angaben des SEL zu.

Lüdenscheid - Es gibt Wetterphänomene, die sich nicht exakt vorhersagen lassen. Punktueller Starkregen gehört dazu. Josef Lorkowski, technischer Vorstand des Stadtentwässerungsbetriebs Lüdenscheid, weiß aufgrund aufgezeichneter Messdaten: „Punktuelle Starkregenereignisse häufen sich.“

Prognosen reichen nicht so weit, den Zeitpunkt und das Gebiet, über das es dann wie aus Eimern schüttet, genau vorherzusagen. „Gewitterzellen sind nicht einen Tag vorher genau zu lokalisieren.“ Dennoch wird jeder Starkregen dokumentiert. Schadensfälle werden in der Grundstücksakte und im Kanalinformationssystem festgehalten, um mögliche Schadensbegrenzungen auszuloten. „Das letzte große Starkregenereignis war im September 2014. Damals fiel auf zwei Quadratkilometer innerhalb kurzer Zeit eine Regenmenge von 90.000 Kubikmeter. Ein Niederschlag in dieser Konzentration kommt statistisch nur alle 34 Jahre vor.“

Dafür seien Kanäle nicht ausgelastet, betont Lorkowski, müssten sie aber auch nicht. Das Kanalnetz sei an verschiedenen Stellen mit Abschlägen versehen, die beim starkem Niederschlag dafür sorgten, dass das Wasser gezielt in Gewässer überlaufe. Der Verdünnungsgrad sei dabei so groß, dass die Gewässer dadurch nicht geschädigt würden.

Rückschlüsse auf die Höhe der Niederschläge und die Intervalle zwischen den starken Regenfällen lassen fünf verschiedene Messstationen zu, darunter eine des Deutschen Wetterdienstes (DWD). In vier Stadtteilen hat der SEL weitere installiert.

Wer nun denkt, dass sich mit einem Ausbau des öffentlichen Kanalnetzes oder der Erweiterung der Rohrdurchmesser überquellende Kanal- oder Gullydeckel vermeiden ließen, der macht es sich zu leicht. Die Verlegung enormer Rohrgrößen würde nicht nur die Straßen arg in Anspruch nehmen, sondern führte auch zu einer enormen Erhöhung der Baukosten – „in unverantwortlichem Maße“, sagt Lorkowski – verbunden mit einer erheblichen Anhebung der Gebühren.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare