Starke Show und spontane Auftritte beim Kult-Park-Festival

Exzentriker Dave Ivanov von der Formation Nine8One bot eine starke Show und legte dabei seine prachtvollen Vampirzähne frei.

Lüdenscheid - „Es ist Sommer“ sang der Singer-Songwriter Aljosha Konter aus dem Dreiländereck, das die Schweiz, Frankreich und Deutschland im Südwesten bilden, am Samstag im Kultpark. Ein paar nette Loops dazu – und schon lief der Sommersong.

Aljosha Konter war gut in Fahrt, hatte sich mit Randgedanken und einer Liebeserklärung auf Schwyzerdütsch ab nach Amerika geträumt. Ein abwechslungsreiches Programm, unpathetisch, mit Nähe zum Publikum serviert und dazu sanglich wie klanglich absolut überzeugend. Trotz heißer Temperaturen schaffte er es, dass sich das Publikum auch noch zum Erinnerungsphoto zu ihm hinbewegte. Insgesamt ein starker Auftritt.

Der Hammer des Band-abends war die Hagener Formation Nine8One. Stimmgewaltig zeigte sich Exzentriker Dave Ivanov, der eine starke Show bot und dabei seine prachtvollen Vampirzähne freilegte. Dunkel, kraftvoll und vor allem experimentierfreudig gab sich Nine8One. Diese Band hat in ihrer Musik harmonische und rhythmische Substanz und steckte alles, was noch kam, in die Tasche. Frederic Kuhbier (Drums), Jörn Hintze, Freigeist an der Gitarre, der ideenreiche Michael Teich (Keyboards), und der starke Menderes Ince (Bass), rockten mit Ivanov den Kultpark.

Kryptonite aus Gelsenkirchen hielt mit einem Stilmix, der zurück in die sechziger und siebziger Jahre reichte, Alternativ-Rock-Anleihen und Grunge-Elemente in Atem. Große Stärke bewiesen die Musiker bei durchkomponierten, musikalischen Erzählungen und lieferten einen überzeugenden Auftritt. Radionative bot dagegen abgeflachten Sound, soliden Alternative-Rock mit einem deutlichen Hang zu Gefälligkeit.

Kinderfest beim Kult.park-festival

Eine Open-Stage-Session des Jazz Club Lüdenscheid, die bereits am Freitagabend auf der Kult-Park-Bühne stattfand, stieß diesmal auf besonders große Resonanz bei den Musikern. Den Einstieg übernahm im Anschluss an die Begrüßung durch den Geschäftsführer des Jazz-Clubs, Jörn Messing, der Sänger und Gitarrist Michael Adolph, der mit interessanten und durchaus selten gespielten Stücken aufwarten konnte. In dem Lied „Der Schwarze Mann“ von Franz Josef Degenhardt erzählt der Liedermacher zum Beispiel von Menschen, die friedlich und gutmütig sind, von der Gesellschaft aber dennoch stigmatisiert und verachtet werden. Augenzwinkernd kam dagegen der Song „Dat find’ ich fies von dir“ daher, der auf die Melodie von Werner Lämmerhirts „Hesitation Blues“ einen Text im lupenreinem Ruhrpott-Slang legt. Interessant gestaltete sich auch der gemeinsame Auftritt einiger Musiker, die sich spontan zu einer Band formiert hatten. Im Anschluss an das Duo Heinz und Pico aus Lüdenscheid, die sich vorwiegend den Songs von Neil Young widmeten, formierte sich schließlich noch eine Combo um den Saxophonisten Heiko Schürfeld, bei der auch Jörn Messing sowie Drummer Emil Hilgemann von der Band Mykket Morton mitwirkte, die an diesem Abend im Anschluss an die Open Stage noch ein komplettes Set spielte. Mykket Morton, die derzeit an ihrem ersten Studioalbum arbeiten, liefern ideenreiche Pop-Musik mit Indie-, Rock- und Folk-Einflüssen, wobei die Songs einerseits im Gedächtnis haften bleiben, andererseits aber auch in mancher Hinsicht gegen den Strich gebürstet sind, so dass sie originell und abwechslungsreich bleiben. Gute Beispiele hierfür waren das locker-leichte „Go“ oder das poetische „Golden Throne“. Die Formation, die es erst seit einem Jahr in dieser Besetzung gibt, lieferte ein lässiges, entspanntes Set ab.

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