Stärkung fürs Team im Amalie-Sieveking-Haus

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Wohnhaus-Leiterin Traude Rittinghaus freut sich über die Zusatzqualifikation von Sozialarbeiter Henning Luft.

Lüdenscheid - Henning Luft ist Sozialarbeiter und arbeitet seit fast vier Jahren im Wohnhaus des Amalie-Sieveking-Hauses an der Sedanstraße. In einer intensiven Fortbildung hat der 30-jährige Lüdenscheider sich zusätzlich qualifiziert und hat nun das Fachwissen zur „psychosozialen Beratung begleitend zur Substitutionsbehandlung“.

Im Wohnhaus, in dem Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten wohnen und von einem fünfköpfigen Sozialarbeiter-Team und Leiterin Traude Rittinghaus aufgefangen und unterstützt werden, sind auch drei Männer, die auf eine Substitutionstherapie angewiesen sind. Sie erhalten Medikamente, um ihre oft schon viele Jahre währende Heroin-Abhängigkeit zu bekämpfen. Das ist der medizinische Aspekt.

Gleichzeitig aber ist auch eine psychosoziale Begleitung von enormer Wichtigkeit. „Ich bin daher froh, dass Henning Luft die zusätzliche Qualifikation erfolgreich absolviert hat. Das ist gut für die Betroffenen, aber auch für unser gesamtes Team“, sagt Traude Rittinghaus.

„In der Fortbildung ging es um rechtliche Rahmenbedingungen, den Ablauf der Substitution und die Problemlagen, die die Betroffenen mitbringen“, erklärt Luft.

Die Heroin-Abhängigkeit führe zu einem Teufelskreis aus Beschaffungskriminalität, schweren Erkrankungen und starken psychischen Beeinträchtigungen. Methadon sei das am meisten verabreichte Substitutionsmittel. Es diene dem Lebenserhalt der Substituierten, ermöglicht ihnen, aus dem Teufelskreis herauszukommen. Die körperliche Abhängigkeit nehme ab, die Betroffenen würden aber nicht entzügig.

„In Lüdenscheid gibt es nur einen Arzt und das Klinikum, in dem die Verabreichung erfolgt“, sagt Luft. Das sei zu wenig. Die Zahl der Drogentoten sei auch deshalb gesunken, weil es die Substitution gebe. Die zusätzliche Qualifikation sei keinesfalls als Konkurrenz zu der Drogenberatungsstelle zu sehen. „Mit der arbeiten wir schon lange zusammen. Aber für manche ist das zunächst zu hochschwellig, und sie nehmen dann erst einmal eher die psychosoziale Beratung hier in Anspruch.“

Das Wohnhaus hat 40 Plätze für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten: „Seit September des vergangenen Jahres haben wir wieder eine Warteliste. Das hatten wir schon länger nicht mehr“, sagt Traude Rittinghaus. „Die Armut der Armen wird größer“, vermutet sie.

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