In Lüdenscheid zwei Einrichtungen im Bundesprogramm

Sprachoffensive in Kindertagesstätten

Petra Crone, Tina Reers und Johannes Anft (links) mit den Puppen Max und Lisa.

Lüdenscheid - Sprachkompetenz für die Kinder, Fortbildung des Teams und Elternarbeit: Auf mehreren Säulen steht das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“, an dem im heimischen Raum 12 Awo-Kitas des Unterbezirks Hagen – Märkischer Kreis, ferner zwei städtische Kitas und eine Johanniter-Kita teilnehmen.

In Lüdenscheid haben die beiden Awo Kitas Am Sonnenhang und Bunte Kluse den Zuschlag für das Programm, für das der Bund bis Dezember 2019 insgesamt 400 Millionen Euro zur Verfügung stellt, erhalten.

Im Beisein von MdB Petra Crone, Awo-Unterbezirks-Vorstandsmitglied Rainer Schmidt und Johannes Anft (stellvertretender Geschäftsführer) stellten Tina Reers (Fachberatung Sprach-Kitas) und die Fachkräfte aus den beteiligten Einrichtungen das Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in der Kita Bunte Kluse vor.

Aus erster Hand gaben dabei Dagmar Seufzer (Einrichtungsleiterin Am Sonnenhang) und Petra Skerra (Einrichtungsleiterin Bunte Kluse) und die beiden Sprachfachkräfte Dagmar Steinbach und Michelina Weiß Einblick in die Projektarbeit vor Ort. Nach dem Vorgängerprojekt „Frühe Chancen“, das auf drei Jahre angelegt war, zielt das im Januar angelaufene Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ sowohl auf die alltagsintegrierte sprachliche Bildung als Schlüsselqualifikation als auch auf die Umsetzung der Inklusion in Kindertagesstätten und die Stärkung der Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. Ausgewählte Kitas, die einen hohen Anteil an Migrationskindern haben, nehmen am Programm teil.

Selbst Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Deutschen Bundestag, sprach Crone den Hintergrund der Sprachoffensive in Kindertagestätten an. Dabei ging sie auf die Bedeutung der Sprache in der frühkindlichen Bildung und den Einfluss von Sprachkompetenz für den weiteren Bildungsweg eines Kindes ein. Als weiteren Baustein in der Qualitätsentwicklung von Kitas wies sie das Programm aus.

Konkret sieht das Programm zusätzliche halbe Fachkraftstellen für die Einrichtungen vor, die den Zuschlag für die Sprachoffensive erhalten haben, wie die Heilpädagogin Tina Reers als trägerübergreifende Fachberaterin erklärte. Am Sonnenhang setzt Dagmar Steinbach die Ziele des Bundesprogramms um. In der Kita Bunte Kluse, die auch Familienzentrum im Verbund ist, übernimmt Michelina Weiß diese Aufgabe.

Bundesweit können durch das Programm bis zu 4000 zusätzliche halbe Fachkraftstellen in den Kitas geschaffen werden. Mit Materialien, die einen hohen Aufforderungscharakter zu sprechen haben, viel Bewegung und Rhythmus führen die beiden Fachkräfte die Kinder ans Sprechen heran. Die Puppen Max und Lisa, die in beiden Einrichtungen schon vor dem Start des Programms fester Bestandteil der täglichen Arbeit waren, sind in die Sprachbildung eingebunden. In der Kita Bunte Kluse ist zudem ein Palaverzelt angeschafft worden, in dem Konflikte gemeinsam mit den Kindern gelöst werden.

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